Infantin Cristina von Spanien Foto: dpa

Mit ihrer Hochzeit wurde Infantin Cristina Herzogin von Palma de Mallorca. Diesen Adelstitel hat König Felipe seiner in Affären verstrickten Schwester nun kurz vor deren 50. Geburtstag aberkannt.

Madrid - Einen Tag vor ihrem 50. Geburtstag hat die spanische Infantin Cristina, die Schwester von König Felipe VI., ihren Titel einer Herzogin abgeben müssen. Der Monarch erkannte ihr den Adelstitel am Freitag ab und zog damit die Konsequenzen aus der Verwicklung seiner Schwester in einen Finanzskandal.

Cristina, die an diesem Samstag 50 Jahre alt wird, ist vor einem Gericht in Palma de Mallorca wegen des Verdachts des Steuerbetrugs angeklagt. Die Justiz wirft ihr vor, ihrem Mann Iñaki Urdangarin (47) dabei geholfen zu haben, das Finanzamt zu betrügen. Es wird erwartet, dass der Prozess Anfang nächsten Jahres eröffnet wird.

Harte Entscheidung

Die Aberkennung des Herzogtitels ist nach Ansicht von Königshausexperten eine harte und ungewöhnliche Entscheidung. Die Infantin hatte den Titel einer Herzogin von Palma de Mallorca 1997 von ihrem Vater, dem damaligen König Juan Carlos, zu ihrer Heirat mit Urdangarin erhalten.

Die Aberkennung gilt auch für den Ex-Handballstar, der sich künftig nicht mehr Herzog von Palma de Mallorca nennen darf. Die entsprechende Verordnung des Königs wurde am Freitag im Amtsblatt veröffentlicht.

Der Anwalt der Infantin, Miquel Roca, sagte, seine Mandantin habe „schon vor mehreren Tagen“ den Wunsch geäußert, auf den Herzogtitel zu verzichten und dies in einem Schreiben dem König mitgeteilt. Das Königshaus wies demgegenüber darauf hin, dass der Zarzuela-Palast Cristinas Schriftstück erst erhalten habe, nachdem Felipe seine Schwester von der Aberkennung des Titels unterrichtet habe.

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