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Gutachten zum tödlichen Unfall auf der A 81 liegt vor - Entscheidung über Anklage bis Mitte August.

Stuttgart/Rottweil - Elf Wochen, nachdem ein Testfahrer des Daimler-Konzerns auf der A 81 bei Rottweil einen schweren Verkehrsunfall verursacht hat, haben die Unfallsachverständigen des Prüfkonzerns Dekra ihre Arbeit abgeschlossen und der Staatsanwaltschaft Rottweil ihr Gutachten vorgelegt. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag.

"Wir werden das Gutachten jetzt rechtlich prüfen und bis spätestens Mitte August eine Entscheidung treffen." Bis dahin soll geklärt werden, ob der 52-jährige Testfahrer wegen fahrlässiger Tötung angeklagt wird, einen Strafbefehl erhält oder das Verfahren eingestellt wird. Für die Rekonstruktion des Unfalls war die A 81 in diesem Abschnitt zeitweise gesperrt worden. "Wir haben uns extreme Mühe gegeben und mehrere Versuche durchgeführt", sagte ein Sprecher des Dekra auf Anfrage.

Bei dem Unfall Ende April war der erfahrene Testfahrer kurz vor der Anschlussstelle Rottweil mit seinem Fahrzeug der M-Klasse in einen Unfall gefahren, der sich kurz zuvor auf der linken Spur ereignet hatte. Durch die Kollision starb der 26-jährige Fahrer des Unfallwagens, der Testfahrer wurde bei dem Zusammenstoß verletzt. Zwei Autofahrer, die dem verunglückten jungen Mann helfen wollten, hatten sich in letzter Sekunde vor dem mit hoher Geschwindgkeit heranfahrenden Testfahrzeug in Sicherheit bringen können.

Seit Jahren wird die A 81 von den Autokonzernen gerne als Versuchsstrecke für ihre Testwagen - genannt Erlkönige - genutzt. Im konkreten Fall handelte es sich um einen so genannten Dauerläufer. Das sind Fahrzeuge, die über Tage hinweg im Schichtdienst getestet werden. Unmittelbar nach dem Unfall hatte es eine politische Debatte um die Frage gegeben, ob es ein Verbot von Erlkönig-Fahrten auf öffentlichen Straßen geben sollte.

Mehr zu den Hintergründen lesen Sie in den Stuttgarter Nachrichten vom 10. Juli.

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