An der Spitze des DRK-Rettungsdienstes im Kreis Böblingen herrscht Unruhe. Foto: IMAGO/Silas Stein

An zwei wichtigen Positionen des Rettungsdienstes vom Roten Kreuz gibt es personelle Veränderungen. Diese geschehen kurz hintereinander.

Der Rettungsdienst des Roten Kreuzes im Kreis Böblingen kommt nicht zur Ruhe. Wie kürzlich bekannt wurde, kehren gleich zwei Mitarbeiter an verantwortlicher Position dem Kreisverband Böblingen den Rücken. Mit Sven Peters verlässt einer der beiden Leiter des Rettungsdienstes das Rote Kreuz auf eigenen Wunsch. Nach langjähriger Tätigkeit im Rettungsdienst war er in diese Position aufgestiegen. Im Zuge einer Umstrukturierung wurden die DRK-Retter vor Kurzem in die Bereiche Nord und Süd aufgeteilt.

 

Deutsches Rotes Kreuz: Gemeinschaftsaufgabe Rettungsdienst

Peters verantwortete den südlichen Landkreis, zu dem laut Organigramm die Rettungswachen Herrenberg und Sindelfingen gehören sowie die Werkstatt. Durch die Umstrukturierung des Dienstes wurde Peters der Rettungsdienstleiter Nord an die Seite gestellt: Jens Kegreiß. Er ist zuständig für die Wachen in Leonberg und Malmsheim sowie die Integrierte Leitstelle und bleibt auf dieser Position. Das Rote Kreuz bedient den Rettungsdienst nicht allein, sondern teilt sich diese Aufgabe mit Johannitern, Maltesern und dem Arbeiter-Samariter-Bund.

Wolfgang Hesl Foto: DRK KV Böblingen

Wechsel beim DRK: „Keine Auswirkung auf Qualität“

DRK-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Hesl bestätigte auf Nachfrage den Weggang und sagt, die Stelle des Rettungsdienstleiters Süd sei bereits kurz vor der Neubesetzung. Nach der Zustimmung des Betriebsrates könne der Nachfolger von Sven Peters die Arbeit aufnehmen. „Auf die Qualität des DRK-Rettungsdienstes im Kreis Böblingen hat der Wechsel keinerlei Auswirkungen“, sagt der Geschäftsführer, der seit Ende 2021 im Amt ist. Doch dies ist nicht die einzige Veränderung.

Auch der stellvertretende Leiter der Integrierten Leitstelle, Dominik Lohr, wird das Rote Kreuz verlassen. Diese Schaltzentrale für den Notruf 112 im Kreis Böblingen betreibt das Rote Kreuz gemeinsam mit der Feuerwehr in deren Feuerwache im Röhrer Weg. Traditionell obliegt die Leitung der Leitstelle die Feuerwehr, die Aufsicht liegt beim Kreisbrandmeister Martin Amler. Er ist zugleich Leiter der Stabsstelle Bevölkerungsschutz und Feuerwehrwesen.

Vor Rotkreuzler Dominik Lohr führte Simon Schäfer die Leitstelle von Seiten des DRK stellvertretend. Nachdem der Weggang von Lohr erst kürzlich bekannt wurde, steht die Stelle nun erneut zur Ausschreibung, sagt Kreisgeschäftsführer Wolfgang Hesl. Auch hier sei die Einsatzbereitschaft zu keiner Zeit gefährdet, betont er. Dominik Lohr sei noch bis Mitte des Jahres auf seiner Position. In puncto Einsatzbereitschaft gab es beim Roten Kreuz zuletzt interne Unstimmigkeiten.

Ehrenamtliche beim DRK als wichtige Ersthelfer

Der Ortsverein Grafenau war 2025 vorübergehend nicht Teil des Netzwerkes der Helfer-vor-Ort-Gruppen, die in Minutenschnelle am Einsatzort sein können. So wurden die Grafenauer Ersthelfer im Herbst 2025 bei einem Motorradunfall nahe Grafenau nicht alarmiert. DRK-Pressesprecher Lutz Selle erklärte dies damals mit Veränderungen in der Personalsituation des DRK-Ortsvereins Grafenau.

Deshalb habe die vorgegebene Ausrückzeit nicht gewährleistet werden können. Tatsächlich bestehen für die ehrenamtlichen Helfer-vor-Ort-Gruppen aber keine gesetzlichen Hilfsfristen. Als Ehrenamtliche leisten sie lebenswichtige Ersthilfe, bevor die hauptamtlichen Kräfte eintreffen. Eine gesetzliche Verpflichtung dazu besteht für die jeweiligen Ortsvereine indes nicht.

DRK-Kreisverband Böblingen

Größte Hilfsorganisation
Mit über 1000 Mitarbeitern ist das Deutsche Rote Kreuz im Kreis Böblingen die mit Abstand größte Hilfsorganisation.

Mehrere Sparten
Das Rote Kreuz gliedert sich in mehrere Sparten. Neben dem Rettungsdienst ist es aktiv im Bereich der Altenpflege, im Krankentransport sowie in Sozialen Diensten.