Die roten Tonnen haben Verwirrung hervorgerufen. Foto: Privat

Rätselhafte rote Mülltonnen sorgen im Kreis Böblingen für Verwirrung. Was es damit auf sich hat.

Schwarz, grün, orange, blau – Mülltonnen kommen in vielen verschiedenen Farben vor. In Schönaich und auf der Böblinger Diezenhalde sind nun aber rote Tonnen aufgetaucht. Was hat es mit den Abfallbehältern auf sich?

 

Passanten haben unter anderem in der Bahnhofstraße in Schönaich mehrere rote 120-Liter-Mülltonnen entdeckt, in denen offenbar Metall und alte Elektrogeräte gesammelt werden,und sich gewundert. „Deine Mülltrennung ist der erste Schritt zum Umweltschutz“, steht auf einem großen Aufkleber auf dem Körper.

Darunter eine Liste der Gegenstände und Materialien, die eingeworfen werden dürfen. Alte Handys und Smartphones sind ebenso gewünscht wie Bügelbretter oder Töpfe, Schrauben oder Armaturen. Papierschredder, Reißwölfe und Krücken stehen ebenfalls auf der Liste. Nicht angenommen werden dagegen Kunststoffe, Papier, Lebensmittel, Holz, Farben und Lacke.

Woher kommen die roten Mülltonnen?

Doch wer hat die mysteriösen roten Tonnen aufgestellt? Einen Hinweis darauf liefern ein Name auf den Aufklebern und eine Nachfrage beim Landratsamt. Die roten Tonnen stammen demnach von einem Schrotthändler aus dem Raum Stuttgart, der dafür eine Genehmigung vom Landratsamt hat.

„Man muss sich registrieren, wenn man im Kreis Müll einsammeln will“, erklärt Landratsamtssprecher Benjamin Lutsch. Das habe der Händler 2022 getan. Damit erfülle er die Voraussetzungen, um im Kreis diese Sammeltonnen aufstellen zu dürfen. Für die konkreten Standorte benötige er dann, so Lutsch, eine Sondernutzungsgenehmigung der jeweiligen Kommune – sofern es sich um öffentlichen Grund handele. Auf einer privaten Fläche reiche das Einverständnis der Privatperson.

AWB sammelt Schrott nur auf dem Wertstoffhof

Eine Sache will das Landratsamt noch prüfen. Möglicherweise ist es nicht zulässig, die auf den Tonnen abgebildeten Abfallarten zusammen zu sammeln. So gelten alte Handys und Batterien als gefährliche Abfälle und sollten bei Wertstoffhöfen abgegeben werden, hatte es am Freitag aus dem Landratsamt geheißen. „Wir prüfen jetzt, ob es in Ordnung ist, alles in einer Tonne zu sammeln“, sagt Lutsch.

Vermutungen, dass der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB), der im Kreis Böblingen für die Müllsammlung und -abfuhr zuständig ist, hinter den roten Tonnen steckt, hatte das Landratsamt bereits am Freitag verneint. „Der AWB sammelt nur auf den Wertstoffhöfen Schrott oder bietet Schrottabholung nach Terminvereinbarung an“, stellte Landratsamtssprecherin Simone Hotz klar.

Ein anderes Unternehmen, das mit der Wertstoffsammlung in einer roten Tonne verbunden ist, konnte ebenfalls schnell ausgeschlossen werden. CR-Solutions aus Unterfranken sammeln ausschließlich Toner-Kartuschen von Druckern und keinen Metall- oder Elektroschrott und bestätigten auf Nachfrage, dass die Tonnen nicht von ihnen stammen.

Anmerkung der Redaktion: In der ursprünglichen Version des Artikels hatten wir vermeldet, dass für die Schrottsammlung keine Genehmigung des Landratsamts vorliege. Nach weiteren internen Nachforschungen hat die zuständige Behörde diese Aussage korrigiert. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst.