Klaus Winkler (links) zieht sich aus der ersten Reihe des Café Rosenstöckle in Sillenbuch zurück und wird als angestellter Konditormeister weiterarbeiten. Ein angestellter Konditormeister wird stattdessen seinen Platz als Inhaber einnehmen: Stefan Munz. Foto: /Caroline Holowiecki

Im alteingesessenen Sillenbucher Café Rosenstöckle tut sich etwas: Der Inhaber wechselt, und ein Umbau inklusive vorübergehender Schließung steht auch bevor.

Sillenbuch - Das Café Rosenstöckle ist eine Institution in Sillenbuch und auch über die Grenzen des Bezirks hinaus bekannt. Die Kuchen und Torten aus eigener Herstellung sind so begehrt, dass sich bisweilen Schlangen vor der kleinen Konditorei an der Tuttlinger Straße bilden. Etwa seit den 50ern gebe es das Rosenstöckle, „erst war hier ein Weinlokal, dann ein Café“, erklärt Inhaber Klaus Winkler. Nun aber steht der Betrieb vor einer Zäsur. Klaus Winkler zieht sich aus der ersten Reihe zurück und wird als angestellter Konditormeister weiterarbeiten, und ein angestellter Konditormeister wird stattdessen seinen Platz als Inhaber einnehmen. Stefan Munz heißt er, 42 Jahre alt, seit nahezu 20 Jahren Mitglied des Teams. „Wir wechseln einfach die Rollen“, sagt er.

Corona hat viel Kraft gekostet

Der Wandel wird am 1. Januar 2022 vollzogen. „Die Verpächter wollen umbauen, und er ist im richtigen Alter“, sagt Klaus Winkler (59) und schaut zu seinem Nachfolger. Den Schritt zurück gehe er mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Freilich sei er gern Chef. „Aber Corona hat viel Kraft gekostet“, bekennt Klaus Winkler. Die Caféstube sei lang geschlossen gewesen, Lieferaufträge seien weggebrochen. „Durch Corona war’s Essig“, sagt er, erst jetzt laufe das Geschäft wieder normal und gut.

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Stefan Munz weiß: Corona ist nicht vorbei. „Man weiß nicht, bleibt es und zieht es sich ins neue Jahr“, sagt der Inhaber in spe. Dennoch überwiege die Vorfreude. „Es war schon immer mein Wunsch, selbstständig zu werden“, sagt er. Seinen Einstand wird er allerdings etwas verschieben müssen. Mit dem Jahres- und dem Inhaberwechsel wird das Rosenstöckle erst mal schließen. Ein umfassender Umbau steht an. Laden, Café, Küche und Backstube werden demnach vollkommen erneuert, vom Mobiliar bis zur Kühlung.

Im Februar soll das umgebaute Café wiedereröffnen

Die Investitionskosten teilen sich Stefan Munz und die Verpächter. Mitte Februar 2022, so der Plan, soll das rundum erneuerte Geschäft wiedereröffnen. Stefan Munz schwebt ein Landhausstil vor. Der Zeitpunkt für die Renovierung sei gut gewählt. „Januar ist normalerweise die ruhigste Zeit“, weiß Klaus Winkler aus Erfahrung. Nach der Schließphase soll die Arbeit im Rosenstöckle dann mit vertauschten Rollen und neuer Energie fortgesetzt werden. Klaus Winkler betont: „Uns ist wichtig: Es geht weiter.“