Der Innenausbau stagniert zwar nicht, er geht jedoch laut Tiefbauamt viel zu schleppend voran. Foto: Stadt Stuttgart (z)

Offenbar gibt es beim Bau des Rosensteintunnels zeitliche Probleme. Eigentlich sollte dessen Eröffnung spätestens im vierten Quartal 2020 gefeiert werden. Doch jetzt steht wohl fest, dass dieser Termin nicht mehr zu halten ist.

Bad Cannstatt - Stuttgarts Technischer Bürgermeister Dirk Thürnau ist nicht zu beneiden. Nachdem die Stadt mit Beschluss des Gemeinderats vom 16. März 2017 den Vertrag mit der Firma Wolff & Müller Ingenieurbau GmbH, die für den Baubereich B 10/B 14 (Leuzeknoten) verantwortlich war, gekündigt hatte, gibt es jetzt auch beim Bau des Rosensteintunnels zeitliche Probleme.

Eigentlich sollte dessen Eröffnung – trotz des enormen Zeitverlustes am Leuzeknoten von vier Jahren – spätestens im vierten Quartal 2020 gefeiert werden. Doch jetzt steht wohl fest, dass dieser Termin nicht mehr zu halten ist. Dirk Thürnau bestätigt gegenüber unserer Zeitung, dass die Tunnelbauarbeiten im Bereich Neckartalstraße sowie der Innenausbau, für den ebenfalls die Firma Wolff & Müller innerhalb der „Arbeitsgemeinschaft B 10 Rosensteintunnel“ zuständig ist, trotz der Baufreiheit „nur sehr schleppend“ vorankommen würden.

Der finanzielle Rechtsstreit dürfte mit Sicherheit noch einige Jahre die Justiz beschäftigen

„Die Innenausbauarbeiten hätten Ende des Sommers abgeschlossen sein müssen“, sagt Thürnau. Das Tiefbauamt mahnt seit Monaten, dass hier nur sehr langsam gearbeitet werde. „Wir haben Wolff & Müller mehrfach schriftlich aufgefordert, mehr Bauarbeiter und Geräte einzusetzen“, räumt der Technische Bürgermeister ein. Doch offenbar vergebens. Der Innenausbau sei im Verzug, weshalb sich heute schon abzeichne, dass der geplante Eröffnungstermin des Rosensteintunnels ins Jahr 2021 verschoben werden muss, heißt es. „Wir arbeiten an einer Gemeinderatsvorlage für die Vergabe der Bauarbeiten für den dritten Leuzetunnel“, so Thürnau. In dem Papier, das Anfang 2019 im Technikausschuss vorgestellt werden soll, sei dann auch ein neuer Zeitplan für den Rosensteintunnel enthalten. Allerdings gibt Thürnau schon zu verstehen, dass sich die Stadt Stuttgart mit allen vorhandenen bauvertraglichen Möglichkeiten dafür einsetzen werde, die Baustelle Rosensteintunnel zügig voranzubringen.

Wie sich die erneuten Verzögerungen beim Tunnelbau auf die Gesamtkosten des Projekts, also Tunnelbau unter dem Rosensteinpark und Umbau des Leuzeknotens, auswirken werden, lässt sich heute noch nicht sagen. Denn der finanzielle Rechtsstreit mit Wolff & Müller dürfte mit Sicherheit noch einige Jahre die Justiz beschäftigen. Stand heute liegen die Kosten bei gut 274 Millionen Euro – die Risiken aus dem Rechtsstreit ausgenommen. Denn es stehen Nachforderung von Wolff & Müller in Höhe von fast 40 Millionen Euro im Raum. Die Stadt wiederum fordert eine bereits bezahlte Tranche von 12,9 Millionen Euro zurück, die sie für unberechtigt hält. Technikbürgermeister Thürnau ist optimistisch, dass die Stadt einen Großteil ihrer Forderungen vor Gericht durchsetzen kann.

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