Die Stadt hat gerufen, Hunderte sind am Samstag ins Stuttgarter Rathaus gekommen, als es um die Gestaltung des Rosensteinviertels ging. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Das durch die Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs entstehende Rosensteinviertel stößt bei den Stuttgarterinnen und Stuttgartern auf großes Interesse. Das hat die erste Veranstaltung der informellen Bürgerbeteiligung im Stuttgarter Rathaus am Samstag gezeigt.

Stuttgart - Es handelt sich um den größten Grundstückskauf in der Geschichte der Landeshauptstadt. Die Stadt hat die Gleisflächen hinter dem Hauptbahnhof von der Bahn gekauft – und dort soll das Rosensteinviertel entstehen. Die Stuttgarter sollen mitreden. Deshalb hat die Stadt am Samstag zur ersten von drei Veranstaltungen der informellen Bürgerbeteiligung Rosenstein ins Rathtaus geladen. Hunderte kamen.

„Solch eine Fläche wird es in Stuttgart nie mehr geben“, sagte OB Fritz Kuhn. Es gehe um die Frage, wie wir künftig in Stuttgart leben wollten. Das gehe alle Stuttgarter an, nicht nur diejenigen, die künftig in dem neuen Quartier zwischen Hauptbahnhof und Rosensteinpark leben würden. Das Viertel, das sich um den Pragfriedhof gruppiert und den alten Abstellbahnhof umfasst, solle zukunftsfähig gestaltet werden. Auf rund 60 Hektar Fläche sollen in gut 20 Jahren ungefähr 7000 Einwohner leben und 10 000 Menschen arbeiten. „Wir haben einen eklatanten Mangel an bezahlbaren Wohnungen“, so OB Kuhn. Deshalb sei es ein großer Vorteil, dass die Fläche der Stadt gehöre.

Kuhn und seine Mitstreiter wollen Wohnen und Arbeiten zusammenbringen und so planen, dass ein modernes Viertel entsteht. Ein „Energie-Plus-Viertel“ sei planerisch notwendig, ein Quartier, das mehr Energie erzeuge als es verbrauche. Auch müsse auch viel Platz für Grünflächen vorgehalten werden, denn der Stuttgarter Kessel brauche mehr Luftqualität. „Eigentlich sollte das Rosensteinviertel autofrei sein, oder?“, so Kuhn im Großen Saal des Rathauses.

Die Interessierten machten sich an ungezählten Schautafeln schlau, konnten per Video übers Gleisfeld fliegen und an sogenannten Dialoginseln Ideen für das neue Quartier diskutieren und entwickeln. Die Tafeln, auf denen man Fragen platzieren konnte, füllten sich schnell. „Was ist mit einer Zwischennutzung bestehender Gebäude, gibt es Schadstoffe im Baugrund, kann die Stadt völlig frei über die Fläche verfügen, kann Landwirtschaft betrieben werden, haben auch private Bauherren eine Chance, wie soll der S-Bahnhof Mittnachtstraße einmal aussehen?“

Am Ende müsse und werde der Gemeinderat entscheiden, so OB Kuhn, aber nicht beliebig. Man sei „sehr auf die Vorschläge der Bürger angewiesen“ und werde ausführlich begründen, warum die eine oder andere Idee nicht zu verwirklichen sei.

Die nächsten beiden Veranstaltungen dieser Art finden am 18. Juni wieder Rathaus und am 24. September in den Wagenhallen statt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: