Mick Jagger vor dem Abflug beim Hotel Friedrichsruhe im Hohenloher Land. Foto: Ute Böttinger

Eigene Wege ging Mick Jagger beim Aufenthalt in Stuttgart. Während die anderen Stones-Musiker im Le Méridien mit Blick auf die S-21-Baustelle schliefen, flog der Sänger ins Hohenloher Land. Auf einem Bolzplatz gab er Autogramme.

Stuttgart/Zweiflingen - Als „wunderbare Stadt“ hat Mick Jagger auf Deutsch Stuttgart in der Mercedes-Benz-Arena gerühmt und sich einen Seitenhieb nicht verkniffen. „Ich wünschte, ich wär im Baugewerbe“, scherzte der 74-Jährige, dessen Reichtum vom „Vermögensmagazin“ auf 291 Millionen Euro geschätzt wird. Dem Publikum gefielen die Späße gut. Die vielen Baustellen der Stadt wollte sich der Stones-Sänger aber lieber von oben ansehen.

Während seine Kollegen im Hotel Le Méridien unweit der Großbaustelle für Stuttgart 21 logierten, zog es ihn ins Grüne. Im Hubschrauber flog der Vater von acht Kindern ins Hohenloher Land, wo er zwei Nächte im Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe inmitten eines idyllischen Parks verbrachte.

Mick Jagger bestellte Safranrisotto und Steinbutt

Ein „Gentleman“ und „Supertyp“ sei Mister Jagger, schwärmte Hoteldirektor Jürgen Wegmann am Montag gegenüber unserer Zeitung, „völlig unkompliziert“. Als der Superstar am Freitagabend im Hubschrauber ankam, hieß es zunächst, man solle das Abendessen in der Suite servieren. Doch dann habe sich der Sänger mit seinen Begleitern gegen 22 Uhr entschieden, bei dem schönen Wetter draußen auf der Hotelterrasse zu essen. Zu dieser Zeit saßen noch „normale“ Restaurantgäste dort, die ihren Augen nicht trauten, als der schlanke Weltstar erschien. Mick Jagger, der großen Wert auf gesunde Ernährung legt, bestellte Safranrisotto, Pasta und Steinbutt.

Personal durfte ihn nicht fotografieren

Der Luxusherberge im Besitz der Würth-Gruppe war es gelungen, den bereits vor Monaten vereinbarten Aufenthalt des Stones-Sängers und seiner siebenköpfigen Begleitgruppe geheimzuhalten. „Wir haben eine Verschwiegenheitsklausel unterschrieben“, sagt Jürgen Wegmann. In einem 18-seitigen Papier hatten die ­Hotelbetreiber exakte Anweisungen erhalten. Unter anderem war dem Personal untersagt, den berühmten Gast um Autogramme zu bitten oder ihn zu fotografieren. Zwei Caddys hatte man für Jagger und seine Begleitung reserviert für den Fall, dass er Golf spielen wollte. Doch der 74-Jährige wollte nur spazieren gehen. „Es war ihm wichtig, sich in aller Ruhe auf das Konzert in Stuttgart vorzubereiten“, sagt der Hotelchef.

Vor dem Abflug auf einem Bolzplatz, etwa 50 Meter vom Schlosshotel entfernt, gab Mick Jagger Autogramme. „Do you like Hohenlohe?“, wurde er gefragt. Seine Antwort: „Yes, very nice.“

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