Auch wenn er da fast abwehrend die Hände hebt: Den Carl-Laemmle-Produzentenpreis wird Roland Emmerich gewiss nicht ablehnen. Foto: AFP

Den neu geschaffenen Carl-Laemmle-Produzentenpreis erhält der Katastrophenfilm-Spezialist Roland Emmerich. Wie einst der Auswanderer Laemmle, der 1912 die Universal Studios in Hollywood gründete, ist Emmerich ein Schwabe, der in den USA sein Glück fand.

Berlin - Was für eine passende Wahl: Für deutsche Filmproduzenten gibt es einen neuen Preis, benannt nach dem Kinopionier Carl Laemmle, der 1884 aus dem schwäbischen Laupheim auswanderte, 1912 in Kalifornien die Universal Studios gründete und damit Hollywood als Zentrum des US-Films gleich mit. Der erste Empfänger des von der Allianz Deutscher Produzenten und der Stadt Laupheim gestifteten Carl-Laemmle-Preises, so wurde nun am Rande der Berlinale verkündet, wird Roland Emmerich sein. Der 1955 in Obertürkheim geborene Regisseur von „Independence Day“ „The Day After Tomorrow“ und „White House Down“ ist ebenfalls ein Schwabe, der in Hollywood sein Glück fand.

Martin Moszkowicz, Vorstandsvorsitzender der Constantin Film AG und Vorstandsmitglied der Produzentenallianz, begründet die Entscheidung so: „Was zeichnet einen Carl-Laemmle-Preisträger aus? Kreativität, Innovation, Erfolg, das unerschrockene Beschreiten neuer Wege. Ohne Zweifel kann man sagen: All das trifft auf Roland Emmerich zu. Er ist ein leidenschaftlicher Filmemacher und Kinoliebhaber, der nicht nur ein ganzes Genre revolutioniert, sondern Hollywood damit geprägt hat.“

Ein großer Ermöglicher

Und Christoph Palmer, Geschäftsführer der Produzentenallianz, unter Ministerpräsident Erwin Teufel aber Staatsminister in Baden-Württemberg und als Aufsichtsratsvorsitzender der Filmakademie in Ludwigsburg an deren stetem Ausbau beteiligt, lobt: „Emmerich ist ein Ermöglicher im perfekten Wortsinn, der kreative Motor hinter dem gesamten komplexen Prozess der Filmherstellung, der von der ersten Idee über die Organisation, Teamzusammenstellung und –führung, von der wirtschaftlichen Gesamtverantwortung und langfristigen Planung bis hin zur Auswertung und Vermarktung reicht. Damit verkörpert er, wie sein Landsmann Carl Laemmle, das von uns vertretene Produzentenleitbild in vorbildlichster Weise.“

Die mit 40 000 Euro dotierte Auszeichnung wird Roland Emmerich am 17. März 2017 im Rahmen einer feierlichen Gala in Laupheim, wo Laemmle am 17. Januar 1867 zur Welt kam, überreicht. Darüber hinaus erhält der Filmemacher, der früh als „Spielbergle von Sindelfingen“ bewundert und gehänselt wurde, eine Laemmle-Skulptur in Form eines stilisierten Lämmchens.

Über Carl Laemmles Werk und Leben informieren derzeit gleich zwei Sonderausstellungen. Im Laupheimer Museum zur Geschichte von Christen und Juden ist bis 21. Mai die Schau „Carl Laemmle Reloaded“ zu sehen. Und das Stuttgarter Haus der Geschichte bietet bis zum 30. Juli 2017 die große Sonderausstellung „Carl Laemmle presents – Ein jüdischer Schwabe erfindet Hollywood“.

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