Der Sendemast aus Schleuderbeton soll 25 Meter hoch werden. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

In einem Brief fordern Funkmastgegner OB Fritz Kuhn auf, die Baugenehmigung für den Sendemast der Telekom zu kassieren. Ihrer Meinung nach steht er zu dicht bei den Wohnhäusern, gefährdet die Gesundheit und mindert den Wert der Immobilien.

Rohr - Die Bürgerinitiative Sendemast Rohrer Höhe hat den Kampf verloren. Die Deutsche Funkturm GmbH, Tochter der Telekom, wird den Sendemast am Waldrand, nahe des Wohngebietes, bauen. Die Höhe von 25 Meter ist geplant. Die zahlreichen Einwendungen von Bürgern haben nichts bewirkt, denn sie konnten offenbar die „baurechtliche Relevanz“, wie es seitens der Stadt Stuttgart hieß, des Vorhabens nicht erschüttern. Nun bringt sich die Bürgerinitiative vielleicht ein letztes Mal in Stellung, um die Funkmastpläne zu Fall zu bringen, denn formalrechtlich mag sie unterlegen sein, doch sie weiß um ihre Schlagkraft – immerhin konnte sie gegen den Mast 585 Unterzeichner mobilisieren.

Gesundheitliche Schäden

Die Initiative mahnt an, dass es vielleicht einen Ermessensspielraum gebe: Die Bundesnetzagentur schreibt einen Abstand zum nächstgelegenen Wohngebäude von 15,65 Metern vor, der im Fall der Rohrer Höhe kaum mehr, nämlich 20 Meter betrage. Auch die unmittelbare Nähe zum Landschaftsschutzgebiet Glemswald führen sie als möglichen Hebel in der baurechtlichen Beurteilung an.

In einem Brief, der unserer Zeitung vorliegt, appelliert die Initiative an OB Fritz Kuhn, Bürgermeister Peter Pätzold sowie an die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Technik, die Bauerlaubnis für die Telekom zu „kassieren“. Die Verfasser tragen noch einmal die Argumente zusammen, die in ihren Augen gegen das Bauvorhaben sprechen. Es sind vor allem gesundheitliche Bedenken, die sie ins Feld führen. Die Verwaltungsspitze müsse „die Befürchtungen und Ängste der vielen Bürgerinnen und Bürger vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Langzeitschäden“ ernst nehmen. Man wisse zwar, dass es keine belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse über die krank machende Wirkung elektromagnetischer Felder gebe, aber eben auch keine entlastende.

Angst vor Wertverlust

Die Verfasser betrachten als gegeben, dass durch die unmittelbare Nachbarschaft zum Mobilfunkmast ihre Häuser und Eigentumswohnungen dramatisch an Wert verlieren werden – bis zu 50 Prozent, rechnen sie vor. Das sei fatal, denn diese Immobilien seien „wesentlicher Teil der Altersvorsorge“.

Die Stadtverwaltung, so die Verfasser, sollte gemeinsam mit der Deutschen Telekom den Ausbau des Glasfasernetzes voranbringen, anstatt immer neue Masten als Dauerprovisorien zu errichten: „Die Rohrer Höhe ist kein Industrie- oder Gewerbegebiet, sondern ein dicht besiedeltes Wohngebiet. Die Bewohner profitieren mehr vom schnellen Indoor-Internet als vom Ausbau des 5-G-Netzes, für das der Sendemast letztendlich ja vorgesehen ist.“

Und wenn die Deutsche Telekom schon am Bau eines Sendemastes festhalte, dann solle sie wenigstens einen Standort in unbewohntem Gebiet in Betracht ziehen. Der Brief endet mit der inständigen Bitte: „Ziehen Sie die Baugenehmigung für den auf dem Flurstück Nr. 403 geplanten Mobilfunkmast zurück.“

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