Zum 75. Geburtstag: Seit Jahrzehnten hat Roger Whittaker mit seiner sanften Stimme Erfolg.
London - Seit Jahrzehnten hat Roger Whittaker mit seiner sanften Stimme Erfolg - vor allem in Deutschland. Heute wird der Schlagersänger 75. Den Geburtstag feiert er in seinem irischen Landhaus mit Freunden und der Familie.
Er hat ja versucht, sich zur Ruhe zu setzen. Vor zehn Jahren, einen Tag vor seinem 65. Geburtstag, sollte Schluss sein für Roger Whittaker. Keine Tour mehr, hatte der Sänger beschlossen.
Doch schon bald habe er es zu Hause in Irland nicht mehr ausgehalten, erzählte seine Frau später offenherzig. Zur Freude seiner Fans ging der Schlagersänger mit dem sanften Bariton wieder auf Tour, blieb Dauergast in Volksmusiksendungen. Heute, an seinem 75. Geburtstag, ist von Ruhestand keine Rede mehr. Whittaker veröffentlicht eine neue CD und geht wieder auf Deutschland-Tour.
Mal wieder eine Abschiedstournee
"Danke für so viele Jahre mit Euch" heißt die Konzertreihe, die den Briten in 20 deutsche Städte führt. Es ist mal wieder eine Abschiedstournee - aber nur von den großen Bühnen, betont er. Er werde auch weiter im Fernsehen auftreten und Konzerte geben. "Mir macht Singen heute noch so viel Spaß wie in den 1970er Jahren - wenn nicht noch mehr. Es hält mich jung." Gleichzeitig veröffentlicht der Brite eine Best-of-CD: "Danke Deutschland" - der Titel kommt nicht von ungefähr. Roger Whittaker ist in Deutschland ein großer Star. Hier leben seine treuesten Fans.
Hier füllt er noch immer große Hallen. Am kommenden Freitag sendet der MDR eine 90-minütige Sondersendung, im April wird der Geburtstag ausgiebig beim "Frühlingsfest der Volksmusik" mit Florian Silbereisen in der ARD nachgefeiert.
Sondersendungen? Neue Best-of-CD? In Großbritannien wäre das undenkbar. Dabei begann die Karriere von Whittaker auf der Insel. Als Sohn britischer Auswanderer in Kenia geboren, kam er zum Studium nach Großbritannien. Nach ersten Auftritten in Nairobi und kleineren Erfolgen in England kam Ende der 1960er Jahre mit "Durham Town" der Durchbruch. Anfang der 1970er schrieb er dann den Super-Hit "The Last Farewell" (Der letzte Abschied) - der später sogar von Elvis Presley gecovert wurde.
Kein Wort Deutsch
Nach Deutschland verschlug es Whittaker erstmals Mitte der 1970er Jahre. Später versuchte er sich mit deutschen Texten. 1979 erschien "Mein deutsches Album" - ohne dass der Sänger ein Wort Deutsch konnte. Der Trick: Seine Produzenten schrieben ihm in Lautschrift auf, wie er die Worte zu singen hatte. Und Whittaker kämpfte sich dann durch die Feinheiten der Aussprache, um nicht "Zärtlichkeit" mit "Tödlichkeit" zu verwechseln, wie er später erzählte.
"Albany", "Abschied ist ein scharfes Schwert" oder "Leben mit dir": Kritiker schmähen seine deutschen Songs als belanglos und musikalisch primitiv. Typisch Volksmusik eben, würde mancher sagen. Nach einem halben Jahrhundert auf der Bühne geben die Zahlen jedoch Whittaker recht: Er hat mehr als 500 Lieder geschrieben, 100 Alben veröffentlicht und mehr als 55 Millionen Platten verkauft.
Privat ist der Sänger, der immer so gelassen wirkt, tatsächlich ein ruhender Pol inmitten einer großen Familie. Seit mehr als 46 Jahren ist Whittaker mit seiner Frau Natalie verheiratet. Er sammelt alte Uhren und spielt gerne Bridge und Backgammon. Regelmäßig lädt das Paar die fünf Kinder und neun Enkel zu großen Festen ein, wie Ehefrau Natalie auf der gemeinsamen Internetseite berichtet. Auch zum 75. Geburtstag ist ein Fest mit Familie und Freunden im Landhaus der Whittakers in Irland geplant. Danach geht es aber schon bald wieder nach Deutschland - zu den treuen Fans.
www.rogerwhittaker.de