Roger Waters kann in Venezuela keine Probleme erkennen – anders als Menschenrechtsorganisationen. Foto: Getty

Seine Äußerungen zu Israel sind mehr als kontrovers. Nun nimmt der Pink-Floyd-Sänger Roger Waters auch noch zum Krisenherd Venezuela Stellung. Und er will ein Benefizkonzert verhindern.

Caracas - Pink-Floyd-Sänger Roger Waters hat ein vom britischen Milliardär Richard Branson geplantes Benefizkonzert zugunsten der venezolanischen Bevölkerung scharf kritisiert. Branson sei auf einen „Trick“ der USA hereingefallen, sagte Waters am Dienstag in einem auf Twitter veröffentlichten Video. „Es hat nichts mit den Bedürfnissen der venezolanischen Bevölkerung zu tun, es hat nichts mit Demokratie zu tun, es hat nichts mit Freiheit zu tun, es hat nichts mit Hilfe zu tun.“

Streit um Hilfslieferungen

Branson organisiert am Freitag in der kolumbianischen Stadt Cúcuta an der Grenze zu Venezuela ein großes Konzert mit Stars wie Ex-Genesis-Frontmann Peter Gabriel und dem puerto-ricanischen Sänger Luis Fonsi („Despacito“). Die Einnahmen sollen der notleidenden venezolanischen Bevölkerung zu Gute kommen. Auch soll Druck auf die venezolanische Führung ausgeübt werden, Hilfslieferungen ins Land zu lassen.

Die geplante humanitäre Hilfe für Venezuela wird zusehends zum Spielball im Machtkampf zwischen dem umstrittenen Staatschef Nicolás Maduro und seinem Kontrahenten Juan Guaidó. Der Oppositionsführer und selbsternannte Übergangspräsident hat Maduro aufgefordert, aus den USA gelieferte Medikamente und Lebensmittel ins Land zu lassen. Maduro lehnt das kategorisch ab. Der Linksnationalist sieht die Hilfen als Vorwand für eine US-geführte Militärintervention, die sich US-Präsident Donald Trump offen hält.

Waters leugnet Probleme

„Wollen wir wirklich, dass Venezuela zu einem neuen Irak, Syrien oder Libyen wird“, fragte Pink-Floyd-Sänger Waters jetzt mit Blick auf andere US-Militäreinsätze. „Ich nicht, und das venezolanische Volk auch nicht.“ Er habe Freunde in der venezolanischen Hauptstadt Caracas, fuhr der britische Musiker fort. Anders als von den USA behauptet gebe es „keinen Bürgerkrieg, kein Chaos, keinen Mord, keine offensichtliche Diktatur, keine Masseninhaftierung der Opposition, keine Unterdrückung der Presse“. Guaidó und die USA bezeichnen Maduro regelmäßig als Diktatoren. An der Menschenrechtslage in dem südamerikanischen Krisenstaat wird immer wieder scharfe Kritik laut.

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