So könnte das Stadtteilzentrum aussehen: Einige Details müssen noch mit dem Denkmalamt abgestimmt werden. Foto: MKM Römerkastell

Im Stadtteilzentrum im Römerkastell geht es voran. Der Investor rechnet für Anfang Oktober mit der Baugenehmigung. Wenn alles nach Plan läuft, könnte der Supermarkt im November 2015 eröffnen.

Bad Cannstatt - Nahversorgung und Dienstleistung, das sollen künftig die Schwerpunkte im neuen Stadtteilzentrum im Römerkastell sein. „Wir stehen kurz vor der Baugenehmigung“, sagt Simone Merkle. Die Geschäftsführerin der MKM Römerkastell rechnet damit, dass die Stadtverwaltung Anfang Oktober grünes Licht für das Bauvorhaben gibt. Dann kann es losgehen mit dem Neubau und der Kernsanierung der Bestandsgebäude im Bereich der Straßen Hallschlag und Am Römerkastell. Ein Flachbau ist geplant. Er darf nicht höher als die Traufkante der umliegenden historischen Gebäude sein, so die Vorgabe des Denkmalamtes. Eine Klinkerfassade sei angedacht, genau wie überdachte Arkaden, sagt Merkle. Die endgültige Wahl der Materialien müsse aber noch mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden.

In den Neubau zieht ein Rewe ein

Die Dachsanierung der Bestandsgebäude läuft bereits seit August. Das Denkmalamt hat zugestimmt, dass diese Arbeiten vor der Erteilung der Baugenehmigung beginnen dürfen, sagt Merkle. Die Außenhülle muss fertig sein, bevor der Winter kommt, damit dann der Innenausbau folgen kann. Seit Kurzem ist bekannt, dass in den Neubau ein Rewe einziehen wird. „Wir wollten keinen Discounter“, sagt Merkle. Die Lidl- und Aldi-Märkte an der Bottroper Straße seien nicht weit entfernt. Wenn alles nach Plan läuft, könnte der Supermarkt im November 2015 eröffnen, so die Geschäftsführerin. Neben dem Lebensmittelhändler sollen ein Getränkemarkt und ein Bäcker mit Café-Bereich das Angebot im Neubau vervollständigen. Auch hierfür stehen die Mieter bereits fest, Namen will Merkle aber noch nicht nennen. Sicher ist außerdem, dass ein italienisches Restaurant in diesem Teil des Römerkastells eröffnen wird; nicht im Neubau, sondern in einem der historischen Gebäude der Reiterkaserne. Mit dem Pilum und dem Castello wird es dann also insgesamt drei Restaurants auf dem Areal geben. Und noch ein Mieter ist bereits gefunden: An der neuen Durchfahrt zur Straße Hallschlag eröffnet eine Eisdiele.

Auch wenn schon einige Betreiber feststehen, gibt es laut der Geschäftsführerin noch zahlreiche freie Flächen. Merkle könnte sich vorstellen, dass sich neben den Nahversorgern auch einige Dienstleister wie ein Physiotherapeut, ein Friseur oder eine Textilreinigung im neuen Stadtteilzentrum ansiedeln. Das würde ihrer Ansicht nach gut zum Konzept passen.

Rund um den Innenhof wurden Baumbeete angelegt

Schließlich sollen durch den Ausbau der Gebäude auch neue Büros für das Medienzentrum geschaffen werden. Diese sind laut Merkle dringend nötig. „Wir haben seit einigen Jahren Vollvermietung“, sagt sie. Auch deshalb ist sie optimistisch, dass sie für die freien Flächen attraktive Mieter finden wird. Der große Vorteil des Römerkastells seien die vielen Parkplätze. Im Stadtteilzentrum sollen noch einmal zusätzlich rund 100 Stellplätze entstehen, kostenlos und gegenüber vom Supermarkt. Für die Zukunft könnte sich Merkle vorstellen, dass auch der in der Mitte des Kastells gelegene Exerzierplatz stärker in das Nahversorgungskonzept einbezogen wird. Anwohner hatten die Idee geäußert, dass man dort einen Wochenmarkt etablieren könnte. So etwas wäre laut der Geschäftsführerin durchaus denkbar, müsste aber zunächst genau geprüft werden. Bevor der Neubau fertig und der Supermarkt eröffnet ist, will sie sich aber nicht mit diesem Thema beschäftigen.

Während Merkle beim Neubau noch auf den Startschuss wartet, ist die Sanierung der Außenflächen im Römerkastell bereits in vollem Gange. Die Straßen wurden asphaltiert, vor der Phoenixhalle und der Macromedia-Akademie Pflastersteine verlegt. Der Exerzierplatz erhält eine Betoneinfassung und wird ebenfalls neu asphaltiert. Schließlich wurden rund um den Innenhof des Kastells Baumbeete angelegt. Sieben Meter hohe Linden sollen dort Anfang November eingepflanzt werden, erzählt Merkle. Nachdem sich die Planungen für das Stadtteilzentrum länger hingezogen und der Investor das Konzept Anfang des Jahres noch einmal verändert hatte, läuft auf dem Areal nun also alles rund. Für die kommenden Monate hat die Geschäftsführerin nur einen Wunsch: „Es soll bitte kein harter Winter kommen.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: