Rod Stewart – hier bei einem Auftritt in Stuttgart vor drei Jahren – hat in Mannheim gerade wieder alte und neue Fans begeistert. Foto: Lichtgut

Rod Stewart ist eine Musiklegende. In Mannheim hat der jugendliche 74-Jährige allen Zweiflern gezeigt, dass er die alten Hits noch drauf hat.

Stuttgart - Er ist 74 Jahre alt, seit dem 10. Januar, er schwingt die Hüften und singt: „Do ya think I‘m sexy?“. Ist das peinlich? Nein, es ist Rod Stewart. Und diesem Herrn kauft man schlicht alles ab. Rod Stewart hat eine Stimme wie kein anderer. Sie ist weicher geworden mit den Jahren, aber sie ist noch da, in voller Pracht. Rod Stewart hat den Charme und das bubenhafte Grinsen auch noch im Alter. Nun bringt er all seine großen Hits in kunterbuntes Bonbonpapier eingewickelt und singt sie, strahlend, begleitet von einer vorzüglichen Band, in der SAP Arena Mannheim.

Unmengen Luftballons

Er wird umtanzt von sechs jungen, schönen und sehr begabten Frauen. Er schwelgt, er schmachtet, lässt Feuerwerk explodieren auf seinen Bildwänden, streut Unmengen von Luftballons aus und kickt Fußbälle in den Saal. Rod Stewart war es, der den Sound des amerikanischen Soul-Labels Motown in den frühen 1970er Jahren so erfolgreich auf die britische Insel brachte wie kein anderer.

Er verband schwarze Musik hitparadentauglich mit der Folklore seiner Heimat, er sang Lieder, die Generationen von Teenagern tief ins Herz sanken. Heute noch covert er Van Morrison und ist sich frech sicher, der bessere von beiden zu sein. Der Mann mit der Reibeisenstimme und dem blonden Haarschopf präsentiert sich ausgelassen, wild und maßlos kitschig – und man verzeiht ihm alles.

Voller Temperament

Freilich: die Tickets für Rod Stewarts aktuelle Tournee sind nicht maßgeschneidert für den kleinen Geldbeutel. Dies wird vielleicht der Grund dafür sein, dass die SAP Arena am Donnerstagabend zur Hälfte leer bleibt. Sein Konzert dauert nur rund 100 Minuten, aber in diesen Minuten erleben die Fans all die großen Stücke – vom wunden, wunderbaren „I don‘t wanna talk about it“ über das wolkige „I am sailing“ bis zu den schärferen, schnelleren Songs. Rod Stewart präsentiert seine ganze Palette, seinen Fans gehen die Augen und Ohren über. Sicherlich: all dies ist von gestern, von vorgestern - aber es ist schön und voller Temperament.

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