Mitglieder der Stuttgarter Hells Angels Foto: dpa

83 Niederlassungen von Rockerbanden und rockerähnlichen Gruppen gibt es in Baden-Württemberg. Landesinnenminister Gall kündigt ein hartes Vorgehen gegen kriminelle Machenschaften der Gruppen an.

Stuttgart - Innenminister Reinhold Gall (SPD) will mit Waffenverboten stärker gegen Rockerbanden und rockerähnliche Gruppen im Land vorgehen. Waffenverbotszonen für bestimmte Gebiete lehnt er aber ab.

„So gravierende Maßnahmen wie Waffenverbotszonen machen nur dort Sinn, wo Messerstechereien an der Tagesordnung sind“, sagte Gall am Mittwoch im Landtag. Als ein Beispiel nannte er die Reeperbahn in Hamburg, wo bereits 2007 ein entsprechendes Verbot verhängt wurde. „Die Stuttgarter Innenstadt ist aber nicht mit der Reeperbahn vergleichbar.“

Die Landesregierung will statt auf pauschale Verbote auf sogenannte personenbezogene Waffenverbote für Mitglieder krimineller Gruppen setzen. Im Januar dieses Jahres hatte das Bundesverwaltungsgericht diesen Ansatz bestätigt: Grundsätzlich kann damit geprüft werden, ob einzelne Mitglieder von Rockergruppen als „waffenrechtlich unzuverlässig“ gelten. Neben dem Entzug von Waffenberechtigungen prüft das Innenministerium zurzeit auch ein vorbeugendes Waffenverbot. „Unser Ziel ist es, jedes Mitglied von kriminellen Rockergruppen mit einem generellen Waffenverbot zu belegen“, so Gall.

83 Niederlassungen, sogenannte Chapter, von Rockergruppen und rockerähnlichen Gruppierungen gibt es derzeit in Baden-Württemberg – bundesweit ist das die höchste Dichte. In Stuttgart und Ludwigsburg häufen sich Auseinandersetzungen zwischen den sogenannten Stuttgarter Kurden/Sondame und den United Tribuns, es soll um Gebietsansprüche gehen.

Rivalisierende Banden in Stuttgart und Region - einen Überblick finden Sie hier.

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