Das Ebelu (oben) wird ausgebaut. Die Schüler weichen während der Bauphase in die Ludwigstraße aus. Dort sind derzeit noch die Integrationskurse der Vhs Foto: Eva Funke

Die Volkshochschule Stuttgart braucht Ersatzräume, weil sie fürs Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums Platz machen muss. Doch bislang fehlt es noch an Alternativen.

S-Nord/S-West -

Die Zeit drängt. Im Herbst 2018 soll Baustart für den mittlerweile von 34 auf 44,3 Millionen Euro hochgeschnellten Um- und Ausbau des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums (Ebelu) zum Musikgymnasium sein. Rund 500 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums müssen deshalb zum Sommer umziehen – und zwar vom Herdweg 72 im Stuttgarter Norden in das zwei Kilometer entfernte ehemalige Gebäude der Hedwig-Dohm-Schule, Ludwigstraße 111, im Westen. Das Problem: In dem Gebäude, in dem nach Auszug der Hedwig-Dohm-Schule zunächst Flüchtlinge untergebracht waren, hat die Volkshochschule (Vhs) zehn Räume angemietet und hält dort ihre Integrationskurse ab. Damit der Umzug der Ebelu-Schüler reibungslos klappt, muss die Vhs spätestens im Februar 2018 ausgezogen sein.

Die Frage ist allerdings, wohin mit der Vhs. Nach Auskunft des städtischen Schulverwaltungsamts sind bisher noch keine Ersatzräume gefunden worden. Und das löst sowohl bei der Volkshochschule als auch beim Eberhard-Ludwigs-Gymnasium die Sorge aus, dass es mit den Aus- und Umzügen doch nicht reibungslos klappt.

Bereits Anfang 2018 muss die Volkshochschule nach Auskunft von Karin Korn, Leiterin des Schulverwaltungsamts, aus dem Gebäude Ludwigstraße 111 raus, weil fürs Ebelu unter anderem Telefonleitungen und EDV-Verbindungen gelegt werden. Außerdem sollen bei den Umbauarbeiten bereits die Bedürfnisse des Wirtschaftsgymnasiums berücksichtigt werden, das später einmal in die ehemalige Hedwig-Dohm-Schule einziehen soll. Zunächst war geplant, das Ebelu während des laufenden Schulbetriebs um- und auszubauen. Weil das acht Jahre gedauert hätte, wird die Schule auf deren eigenen Wunsch komplett geräumt. Dadurch soll sich die Bauphase auf drei Jahre verkürzen. Nicht umziehen müssen die Schüler der Oberstufe. Sie bleiben in ihrem Gebäude am Herdweg 49a.

Für die Volkshochschule werden noch Räume gesuch

„Der Umbau der Schule und der Umzug ins Interimsgebäude ist eine große Auf­gabe, die Abstimmung kompliziert“, stellt Karin Winkler, die Schulleiterin des Ebelu fest. Noch gibt sie sich zuversichtlich, dass alles klappt. „Aber es muss jetzt voran gehen“, sagt sie.

Ob der Baustart wie geplant im Herbst 2018 erfolgen kann, steht derzeit nicht hundertprozentig fest. Das Baugenehmigungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Beim Regierungspräsidium werden immer noch die Einsprüche der Nachbarn geprüft. Korn: „Es wurden zum Beispiel ­Bedenken geäußert, dass es nach dem Umbau mit Geruchsbelästigung durch die Abluft der Kantine und Lärmbelästigung zu rechnen ist.“

Für die Volkshochschule werden derweil noch passende Räume gesucht. Laut Schulverwaltungsamt würde die Vhs mit ihren Integrationskursen am liebsten im Stadtzentrum bleiben. Das hat allerdings wenig Aussichten auf Erfolg, und bisher sind noch gar keine Alternativen in Sicht. Außer dem Schulverwaltungsamt ist auch das Liegenschaftsamt in die Suchaktion eingeschaltet: „Wir müssen schauen , ob sich in den angrenzenden Stadtbezirken aktuell etwas ergibt“, sagt Korn und weist darauf hin, dass zehn Räume an einem Standort kaum zu finden sein dürften.

Die Vhs befürchtet derweil durch einen Umzug die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erteilte Zulassung für die Integrationskurse zu verlieren. „Die Unterrichtsräume werden vom BAMF geprüft und abgenommen“, sagt die stellvertretende Direktorin Béatrice Engel und weist daraufhin, dass die Integrationskurse für das kommende Jahr bereits geplant sind. Ohne die Räume oder einen gleichwertigen Ersatz könne die Vhs ihrem Integrationsauftrag nicht bedarfsgerecht nachkommen, ergänzt Direktorin Dagmar Mikasch-Köthner.

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