Robert Swan will im Zeichen des Klimaschutzes erneut in die Antarktis aufbrechen Foto: dpa/Robert Bauer

Robert Swan hat als erster Mensch beide geografischen Pole zu Fuß erreicht. Der 63-Jährige kündigte in Leinfelden-Echterdingen eine Wiederholung an – und findet eindringliche Worte über den Klimawandel.

Leinfelden-Echterdingen - Robert Swan hat als erster Mensch beide geografischen Pole zu Fuß erreicht - mehr als 30 Jahre nach seiner ersten Expedition will er im Zeichen des Klimaschutzes erneut in die Antarktis aufbrechen. „Vor 30 Jahren liefen wir über das Eis zum Nordpol und es schmolz. Wir wussten nicht, was es war. Niemand hat uns von Klimawandel und Erderwärmung erzählt“, sagte der 63-jährige Brite am Mittwoch in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart. Jetzt seien dort nur noch einzelne Stücke Eis übrig. „Jeder der sagt, dass der Klimawandel nicht stattfindet, dem schlage ich vor, er soll versuchen, zum Nordpol zu laufen.“ Das ginge nur noch schwimmend.

Swan kann Proteste der jungen Menschen verstehen

1986 war Swan das erste Mal zu Fuß mit anderen Forschern an den Südpol gelangt. In der Antarktis sei der Großteil des Eises dieser Welt zu finden. „Wenn wir das schmelzen lassen, werden wir schwimmen“, lautet sein eindringlicher Appell beim 8. Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongress. Um das zu verhindern, sei jeder Einzelne gefragt. Die Proteste von jungen Menschen unter dem Motto „Fridays for Future“ seien komplett berechtigt. Zu Wut und Frustration müssten aber auch konkrete Lösungen kommen.

Alle Menschen müssten sich die Frage stellen: „Tut ihr euer bestes? Wenn nicht, könnt ihr einen Extraschritt machen?“ Auch Swan, der sich trotz Hüftoperation im vergangenen Jahr auf den erneuten Marsch im Dezember vorbereitet, werde mit der anstehenden Mission an seine Grenzen gehen: „Ich habe Angst.“

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