Robert-Koch-Realschule in Stuttgart-Vaihingen Junge Forscher sind stolz auf ihre Projekte

Von Janine Beck 

Sie haben ihr Bestes gegeben, ob beim Zuckertest, mit einem Türsicherheitssystem oder bei einem Plant-Sitting-Mechanismus: die Schüler der Robert-Koch-Realschule. Foto: Janine Beck
Sie haben ihr Bestes gegeben, ob beim Zuckertest, mit einem Türsicherheitssystem oder bei einem Plant-Sitting-Mechanismus: die Schüler der Robert-Koch-Realschule. Foto: Janine Beck

Ein Halbjahr lang haben sich sechs Schüler der Robert-Koch-Realschule in Stuttgart-Vaihingen an ihren Projekten gearbeitet. Die Mühe zahlte sich aus.

Vaihingen - Die Augen leuchten, die Münder lächeln: Sechs Fünft- und Sechstklässler haben es geschafft und ein Schulhalbjahr lang daran gearbeitet, ihre Projekte zu realisieren. Seit vierzehn Jahren bietet die Robert-Koch-Realschule dafür die „Jugend forscht“–AG an. Die Schüler, gerade zehn und elf Jahre alt, sind nun kleine Experten auf ihrem Gebiet. Ob beim Thema Ernährung oder dem Verstehen einer Programmiersprache: Neben ihnen kann man schnell mal alt aussehen.

„Ich habe eine Art Wettkampf zwischen verschiedenen Süßstoffen veranstaltet,“ erklärte Peter Knapek (im Bild links). Dabei hat er verschiedene Süßstoffe wie etwa herkömmlichen weißen Zucker, Honig, Ahornsirup, Stevia oder auch Xylit unter die Lupe genommen. Letzteres sei im chemischen Sinne gar kein Zucker, klärte Knapek auf. Er war in seinem Element.

Bei seinem Wettkampf ließ er sich die Meinung und Details zu den verschiedenen Süßstoffen von einem noch größeren Experten sagen: Er ging zum Zahnarzt. Dann testete er die verschiedenen Stoffe auf Geschmack und Süßkraft und maß bei jeder Zuckerzufuhr seinen Blutdruck. So spielte Knapek das Versuchskaninchen bei seiner eigenen Forschung. Außerdem ermittelte er durch das Erhitzen der Stoffe ihren Energiegehalt. Am Ende gewann Xylit, das süß sei und sogar Karies bekämpfe. Für manche klingt das fast zu schön, um wahr zu sein. Doch damit nicht genug: Es fördere zudem den Speichelfluss, sodass mehr Mineralien zu den Zähnen gelangen. Seine zahlreichen Experimente zahlten sich aus. Peter Knapek gewann beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ am 22. und 23. Februar den ersten Platz in seiner Altersgruppe.

Die Schüler werfen mit Fachbegriffen um sich

Neben ihm auf dem Treppchen standen Maxime Fondrier und Nick Pfeiffer (Zweiter und Dritter von links). Das Team arbeitete an einem Türsicherheitssystem und holte für ihr fertiges Produkt den zweiten Preis. Mikrochips, Platinen, Magnetsensoren – auch diese zwei Jungen warfen mit Fachbegriffen um sich. Da gab selbst der AG-Leiter Jochen Knapek zu, bei der Programmiersprache C++ mit seinem Latein am Ende zu sein.

Doch die Jungs schienen alles im Griff zu haben. Bei ihrem Türensicherheitssystem kann der Nutzer sowohl von Innen als auch von Außen einen Code eingeben, mit dem sich die Tür öffnen lässt.

Die dritte Gruppe, bestehend aus Ella Dietrich, Selina Folker und Anna Kopp (im Bild rechts), wollte die Idee des Plant-Sitting in die Tat umsetzen: Urlauber sollten sich nicht mehr um ihre Pflanzen sorgen müssen. „Wenn die Sonne scheint, werden die Pflanzen über die Wasserpumpe gegossen,“ sagte Anna Kopp. Der Mechanismus sollte mit einer Solarbatterie betrieben werden. Die Schülerinnen dachten aber noch weiter: Das abtropfende Wasser sollte aufgefangen, gefiltert und wiederverwendet werden. Die Mädchen schafften es zwar nicht, diesen Mechanismus vollständig zu realisieren, doch sie haben auch noch bei der nächsten „Jugend forscht“-AG die Möglichkeit dazu.

Die Experimente erfordern Zeit und Eigenverantwortung

„Die AG ist eine super Chance, einzelne so zu fördern, wie es im Unterricht nicht möglich ist. Wir sind begeistert und stolz über die Erfolge der AG,“ sagte Jochen Knapek, der die AG zusammen mit dem Ehrenamtlichen Bernhard Müller leitete. Alle drei Gruppen hätten wirklich lange an ihren Projekten gearbeitet.

Am Anfang startete die AG dieses Mal mit 20 Schülern. Dass die Arbeit innerhalb der AG nicht ausreiche, um weiterzukommen, sei vielen aber schnell klar geworden. „Man muss auch viel Arbeit zu Hause reinstecken,“ sagte Knapek. Die Experimente erforderten Zeit, Aufwand und viel Eigenverantwortung, machten aber auch Spaß. Beim Tag der offenen Tür der Robert-Koch-Schule am Samstag, 3. März, stellen die Schüler die AG vor.

Den Ehrgeiz zu entwickeln, sich über lange Zeit für ein Projekt auch privat zu engagieren, sei laut Jochen Knapek das Wichtigste bei der AG. Das zahle sich immer wieder auch mit Preisen wie bei Knapek Junior, Pfeiffer und Fondrier aus. Für den jungen Gewinner Peter Knapek geht es noch weiter: Er hat sich als Regionalsieger für den Landeswettbewerb Ende April qualifiziert.

Redaktion Vaihingen

Ansprechpartner
Rüdiger Ott und Alexandra Kratz
vaihingen@stz.zgs.de

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