Die 2016 fertig gestellte Notaufnahme am Ludwigsburger Krankenhaus soll umgebaut werden. Foto: Simon Granville

Seit Jahren kommen immer mehr Patienten mit leichteren Beschwerden in die Notaufnahme des Ludwigsburger Klinikums. Nun soll im Krankenhaus eine Notfallpraxis entstehen.

Nach wie vor steigt am Krankenhaus in Ludwigsburg die Anzahl derjenigen Patienten in der Notaufnahme, die gar nicht in den Kliniken versorgt werden müssten, sondern für die die Notfallpraxis völlig ausreichen würde. „Dieser Trend hat sich in den letzten Jahren, auch nach den Coronajahren, bei vielen Kliniken verstärkt“, so Alexander Tsongas, Pressesprecher der RKH Kliniken.

 

Die Gründe dafür sind vielfältig. Dass die kassenärztlichen Vereinigungen einige Notfallpraxen – unter anderem in den Kreisen Heilbronn, Rems-Murr und Göppingen – ganz geschlossen und bei anderen wie in Bietigheim-Bissingen die Öffnungszeiten verkürzt haben, spielt dabei eine Rolle.

Doch nach wie vor gibt es auch Patienten, die nicht lange auf einen Arzttermin warten wollen und lieber in die Notaufnahme kommen. Am Klinikum Ludwigsburg hat man versucht, dem entgegenzuwirken. Anfang Mai vergangenen Jahres wurden auf der Homepage der Krankenhausgruppe ein Symptom-Selbsttest, eine Hotline zu Medizinern und eine Live-Info über die Wartezeiten in den Kliniken eingerichtet – in der Hoffnung, dadurch mehr Patienten in die unweit der Notaufnahme gelegene Notfallpraxis umleiten zu können.

Abstimmung mit der Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung

Der Erfolg ist offenbar nicht durchschlagend – was Folgen für die Kreiskliniken hat. „Der überdurchschnittlich hohe Anteil der Notfallpatienten erschwert strukturierte und auf planbare Behandlungen ausgerichtete Strukturen“, sagt der kaufmännische Geschäftsführer Axel Hechenberger unlängst vor dem Verwaltungsausschuss des Kreistags. In Ludwigsburg plant man deshalb, die Notaufnahme, die im Jahr 2016 für 19 Millionen Euro neu gebaut wurde, so umzubauen, dass darin auch eine Notfallpraxis Platz findet.

„Ziel ist es, dass innerhalb der Räumlichkeiten der bestehenden zentralen Notaufnahme die Patientenströme der nicht akut behandlungsbedürftigen Patienten, also der leichten Notfälle, getrennt gestaltet werden“, erklärt Tsongas.

Die ersten Überlegungen lägen bereits vor und würden nun in eine Raum- und Funktionsplanung übergeleitet. Darauf aufbauend würden das Betriebsmodell und die wirtschaftliche Bewertung sowie die dafür notwendigen Investitionen erarbeitet. Und: „Die Konzeption wird mit der Notfallpraxis am Klinikum abgestimmt“, so der Pressesprecher.