Helle oder dunkle Schokolade, Mandel oder Marzipan: Die Bandbreite bei den markanten quadratischen Tafeln von Ritter Sport ist groß. Foto: dpa/Paul Zinken

Schokolade macht glücklich. Wird deswegen in der Corona-Krise mehr davon gegessen? Elke Dietrich, Pressesprecherin bei Ritter Sport, berichtet davon, wie sich die Pandemie auf den Umsatz der Waldenbucher Schokofabrik auswirkt.

Waldenbuch - Schokolade essen macht glücklich, heißt es. Sicherlich gilt dies nicht für jedermann, schließlich kann schon bei Kindergeburtstagen trefflich darüber diskutiert werden, ob Schokolade oder Gummibärchen die beste Süßigkeit der Welt ist. Dennoch hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Menschen bei schlechter Laune oder in Lebenskrisen gerne zur Vollmilch-, Nuss- oder Nugat-Tafel greifen – und sich danach ein klein wenig glücklicher fühlen. Ob sich in Zeiten der Corona-Krise, die vielen schwer aufs Gemüt drückt, mehr Menschen von zart schmelzenden Genüssen trösten lassen, das weiß man bei der Schokoladenfabrik Ritter Sport in Waldenbuch.

Frau Dietrich, wenn Schokolade tatsächlich glücklich macht, müsste Ritter Sport in der Corona-Krise eigentlich einen Verkaufsrekord erzielen. Ist das eingetreten?

Schokolade ist ein Genussmittel, das in Krisenzeiten gerne konsumiert wird. Zur Finanzkrise 2008 war es tatsächlich so, dass als Tröster mehr Schokolade gegessen wurde. Denn eine Tafel ist nicht so teuer, dass man komplett darauf hätte verzichten müssen, um sein Geld zusammenzuhalten. Wegen Corona haben wir aber nicht mehr verkauft.

Was ist diesmal anders?

Das liegt an dem Einbruch unserer Exportgeschäfte. Nach China hatten wir zum Beispiel einen Exportstillstand. Dort liefern wir erst seit letztem Sommer wieder hin. Außerdem ist unser ganzes Reisegeschäft auf null heruntergefahren, also in den Shops an Flughäfen oder auf Kreuzfahrtschiffen. Hotels haben plötzlich nichts mehr gebraucht. Und auch andere Firmen, die wir sonst in großen Mengen beliefert haben, haben zum Beispiel durch den Wegfall von Messen und sonstigen Veranstaltungen viel weniger bestellt.

Wie war es auf dem deutschen Markt?

Da lief es ganz gut. Die Zahlen können wir noch nicht beziffern, aber da hat es ein leichtes Umsatzwachstum gegeben. Das hat den Verlust auf dem internationalen Markt ein bisschen wieder aufgefangen.

Was lief hierzulande besonders gut?

Wir haben im vergangenen Februar eine neue Fernweh-Edition auf den Markt gebracht. Drei exotischere Sorten sollten Schokoliebhaber geschmacklich nach Hawaii, Costa Rica und Marokko entführen. Wir wollten damit das Gefühl vermitteln: Hol’ dir deinen Urlaub mit einem Knick nach Hause. Und dann mussten wir tatsächlich alle Urlaub zu Hause machen! Das war so natürlich überhaupt nicht vorherzusehen, hat aber gut gepasst. Diese Sorten sind super gelaufen.

Musste die Produktion wegen des geringeren Vertriebsumfangs zeitweise stillstehen?

Das war zum Glück nie der Fall, das Geschäft lief durch. Uns war auch wichtig, dass wir die Produktion nicht wegen eines Corona-Ausbruchs in der Firma unterbrechen müssen. Deshalb haben wir unsere Mitarbeiter besonders geschützt, zum Beispiel essen die Produktionsmitarbeiter zu einem anderen Zeitpunkt in der Kantine als die Mitarbeiter aus der Verwaltung.

Mussten Mitarbeiter in Kurzarbeit?

Ja, zum Beispiel in unserer Schokoausstellung und in der Schokowerkstatt, diese Bereiche sind komplett zu.

War Ritter-Sport-Schokolade jederzeit in den deutschen Supermarktregalen verfügbar, oder kam es zu Engpässen wie bei Nudeln oder Klopapier?

Nein, Engpässe gab es tatsächlich nicht, Ritter Sport war stets verfügbar. Vielleicht nicht immer alle Sorten überall.

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