Corona hat die Wachstumspläne von Ritter Sport ausgebremst. Foto: dpa/Marijan Murat

Im Jahr 2021 wollte der Schokoladenhersteller Firma Ritter Sport mit dem Aufbau eines zweiten Produktionsstandorts in Waldenbuch beginnen. Doch wegen Corona wird die Investition jetzt erst einmal verschoben.

Waldenbuch - Der Spatenstich für den neuen Produktionsstandort von Ritter Sport im Waldenbucher Gewerbegebiet Bonholz verzögert sich. Weil der Schokoladenhersteller wegen der Coronapandemie die erhoffen Umsatzzahlen im vergangenen Jahr nicht erreichen konnte, wird der für 2021 geplante Bau einer Rösterei nach hinten verschoben. „Wir sind in unseren Wachstumsplänen um etwa zwei Jahre zurückgeworfen und werden nicht in der geplanten Schnelligkeit eine zusätzliche Fabrik errichten können“, berichtete der Geschäftsführer und Supply-Chain Manager Asmus Wolff jetzt im Gemeinderat der Schönbuchstadt.

 

Trotz Corona Profit für Ritter Sport

„Offenheit und Transparenz sind uns wichtig“, betonte der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit und Ritter-Justiziar Thomas Seeger, der gemeinsam mit dem Kollegen Einblicke in die aktuelle Situation des Unternehmens gab. So habe man anstelle eines deutlichen Wachstums, kleinere Verluste hinnehmen müssen. Unter dem Strich habe Ritter das Jahr 2020 aber trotzdem mit Profit abschließen können.

„Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen und konnten durchproduzieren. Kurzarbeit war bei uns kein Thema“, erklärte Asmus Wolff. Eine Reihe von Absatzmöglichkeiten sei jedoch wegen der Pandemie weggebrochen. Und auch die Erschließung internationaler Märkte sei wegen der eingeschränkten Reisemöglichkeiten im vergangenen Jahr nicht im gewünschten Tempo vorangekommen.

Ritter Sport will in Waldenbuch bleiben

Trotzdem hat das Unternehmen in den schwierigen Pandemie-Monaten weiter in die Firmen-Zentrale an der Alfred-Ritter-Straße investiert. „Der Neubau am Verwaltungsgebäude soll Ende dieses Jahres fertig werden“, sagte Asmus Wolff. Außerdem habe man die Kapazitäten der Füllanlagen erhöht und zusätzliche Produktionslinien im Bestandsgebäude aufgebaut. „Das erlaubt uns weitere Wachstumsschritte“, hielt der Manager fest, der betonte: „Wir sind optimistisch, dass auch 2021 ein gutes Jahr wird und gehen da mit breiten Schultern rein.“

Zuversicht vermittelte das Duo auch im Hinblick auf den geplanten zweiten Produktionsstandort im Bonholz. „Die neue Fabrik bleibt für uns eine wichtige Zukunftsoption. Wir sind fest davon überzeugt, in Waldenbuch bleiben zu können, und möchten den Standort ausbauen“, bekräftigte Asmus Wolff. Die Stadträte wollen die planerischen Voraussetzungen dafür schaffen und haben am Dienstagabend die zweite Änderung und Erweiterung für den Bebauungsplanvorentwurf Bonholz III auf den Weg gebracht.

Kommt China als Markt für Ritter Sport dazu?

Mit dieser Entscheidung hat der Schokoladenhersteller die Möglichkeit, auch die rund ein Hektar große Reservefläche im Osten des Areals zu nutzen, die bisher als Ackerland ausgewiesen war. Somit stehen dem Unternehmen rund 5,69 Hektar Gewerbefläche zur Verfügung, die bei Bedarf aktiviert werden könnte. Wann das sein wird, hängt vor allem von der wirtschaftlichen Lage ab. „Wenn zum Beispiel ein Markt wie China dazukommt, kann das ganz schnell gehen“, stellte Asmus Wolff in Aussicht.

Zunächst aber fordert die Pandemie noch viel Planung und Organisation am bereits bestehenden Produktionsstandort. Vor vier Wochen hat der Schokoladenhersteller damit begonnen, die Belegschaft jeweils montags und donnerstags auf Corona zu testen. „Wir hatten noch keine Infektion und strahlen nicht in den Ort hinein“, berichtete der Geschäftsführer erleichtert. Außerdem sei das Unternehmen darauf vorbereitet, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Eigenregie zu impfen, sobald der Impfstoff dafür zur Verfügung stehe. „Wir könnten in einer Woche damit durch sein“, stellte Asmus Wolff in Aussicht.