Auch spielerisch kann man versuchen, die kognitiven Fähigkeiten im Alter zu erhalten. Foto: dpa/Sven Hoppe

Ein nun veröffentlichter Bericht legt erneut nahe, dass man Demenz vorbeugen oder das Risiko dafür zumindest verringern kann. Viele Experten stimmen zu, dass ein gesunder Lebensstil hilfreich ist. Dennoch ist keiner selbst schuld, wenn ihn die furchtbare Krankheit trifft, meint unsere Autorin.

Die Diagnose Demenz ist für Betroffene wie Angehörige ein Schock, verbunden mit Wut, Angst, Verzweiflung. Gut 1,8 Millionen Menschen in Deutschland sind derzeit erkrankt. Die Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt, eine Heilung ist in weiter Ferne.

 

Nun hat eine groß angelegte Studie jedoch erneut nahegelegt, dass bestimmte Faktoren das Risiko für Demenz zu erhöhen. Zu den bereits bekannten wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol- und Zigarettenkonsum gehören laut Lancet-Report jetzt auch hohe LDL-Cholesterinwerte und Sehverlust.

Keiner hat es in der Hand, ob er dement wird

Tatsächlich sind sich die Experten weltweit einig, dass bestimmte Verhaltensweisen das Risiko beeinflussen, an einer Demenz zu erkranken. Doch obwohl es manche so darstellen: Im Umkehrschluss bedeutet das nicht, dass es jeder selbst in der Hand hat, ob er geistig gesund bleibt. Ein vernünftiger Lebensstil trägt natürlich generell zum Wohlbefinden bei und erhöht in aller Regel die Lebenserwartung. Der einzige Schlüssel zum Erhalt von kognitiven Fähigkeiten ist er jedoch nicht.

Bei der Entstehung von Demenzen spielen viele komplizierte, teils noch unbekannte Prozesse eine Rolle. Prävention ist somit gut und wichtig. Doch wer die genetische Disposition hat, erkrankt dennoch. Kein Betroffener und auch kein Angehöriger sollte sich somit Vorwürfe machen: Niemand ist selbst daran schuld, wenn ihn dieses schwere Schicksal trifft.