Wann sich der TSV und der KSV vor Gericht sehen, ist derzeit unklar. Foto: dpa/Arne Dedert

Der TSV Musberg hat den Ringerverein KSV verklagt. Beide Parteien sehen sich im Recht. Der Gerichtstermin ist derweil wegen der Corona-Krise auf Ende Juli vertagt.

Musberg - Eigentlich sollte bereits im Februar verhandelt werden. Damals war der KSV-Vorstand aber bei der Ringer-EM. Und der Ersatztermin am Landgericht am Mittwoch, 25. März, wurde nun wegen der Corona-Krise verschoben. Die beiden Musberger Streitparteien müssen nun bis Ende Juli warten. Der KSV-Vorsitzende Andreas Stäbler sagt, es sei „gar kein Schmerz“, dass sich die Verhandlung so hinauszögere. „Wir sind nicht die, die streiten wollen“, sagt er. Für den Kläger TSV sei die wiederholte Verlegung hingegen eher „ungünstig. Es fehlt einfach an Geld“, sagt der TSV-Vorsitzende Joachim Beckmann, „aber dieses Geld ist jetzt nicht fest eingeplant“.

Die Ringer-Abteilung bestehe bis heute

Worum geht es eigentlich? „Aus Sicht der Ringerabteilung des TSV hat das nichts mit dem Ringerstreit zu tun“, sagt Joachim Beckmann. Der TSV habe den KSV verklagt, weil die Ringer beim Wechsel zum KSV keine Gebühr an den TSV gezahlt hätten. Laut der Finanzordnung des Deutschen Ringerbunds seien bei einem Vereinswechsel 500 Euro an den ehemaligen Verein als „Kostenersatz“ zu zahlen. In der Verordnung heiße es zudem, dass diese Zahlung entfällt, wenn der ehemalige Verein oder die Abteilung, aus der man austritt, aufgelöst wurde. Diese Regelung greife im Musberger Fall laut TSV nicht. „Die Abteilung wurde damals nicht aufgelöst, die gibt es bis heute“, sagt Joachim Beckmann.

Der TSV will also Geld – für die Ringer, die sich wegen des Streits vom TSV abgewandt haben und zum damals neu gegründeten KSV gewechselt sind. Der KSV ist sich laut Andreas Stäbler sicher, damals alles richtig gemacht zu haben. „Die Wechsel sind alle ordnungsgemäß durchgeführt worden“, sagt er. Dass es die Ringerabteilung beim TSV nach wie vor gibt, sei ihm klar. Aber: „Das ist jetzt Auslegungssache“, meint Stäbler, „die Gebühren sind nicht zu erheben, wenn es keine Mannschaft mehr gibt – und er hat ja alle Ringer eliminiert“. Mit „er“ meint Stäbler sein TSV-Pendant Joachim Beckmann. Außerdem seien viele Ringer auch nach ihrem Eintritt in den KSV noch TSV-Mitglieder gewesen.

Er wird wohl nicht so schnell aufgeben

Andreas Stäbler erklärt, dass sich Wettkämpfer jedes Jahr, wenn die Lizenzen vergeben würden, entscheiden, bei welchem Verein sie kämpfen wollen. Zum Jahr 2018 hätten sich viele TSVler wettkampfmäßig zwar für den KSV entschieden. Fürs Hobby-Ringen seien sie aber beim TSV geblieben – waren dort also noch offiziell Mitglied. „Ganz ausgetreten sind die meisten Ringer erst im Laufe von 2018 und 2019, nachdem der TSV ihren Trainingsort gesperrt hatte“, sagt Andreas Stäbler. Die Klage des TSV sieht er als „letztes Druckmittel, mit dem er uns noch schaden kann“.

Beide Parteien sehen sich also im Recht. Dennoch muss Joachim Beckmann bei der Frage nach seinen Chancen vor dem Landgericht lachen. „Ich habe vor Gericht schon so viel erlebt“, sagt er, „da kann alles passieren“. Dass er bei einer möglichen Niederlage vor dem Stuttgarter Landgericht aber nicht so schnell aufgeben würde, lässt er durchsickern. „Bisher hat man fast alles in nächster Instanz heilen können“, sagt er. Andreas Stäbler ist sich sicher, dass der KSV „null Komma null angreifbar“ ist. Doch auch er sagt: „Man weiß nie, wie so etwas ausgeht“. Ob überhaupt Ende Juli verhandelt werden kann, ist derzeit unklar.

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