Statt in der Silcherhalle werden die Ligakämpfe der Fellbacher Ringer – im Bild SVF-Talent Kyriakos Papadopoulos (rechts) – künftig zumeist in Korb stattfinden. Foto: Michael Käfer

Die Ringer des SV Fellbach und des SC Korb haben sich zu einer Kampfgemeinschaft zusammengeschlossen. Gemeinsam schicken sie fünf Mannschaften auf die Matte.

Bereits im vorvergangenen Jahr schien ein Zusammenschluss der im Ligabetrieb startenden Ringermannschaften des SV Fellbach und des SC Korb in trockenen Tüchern zu sein. Kurz vor der finalen Unterschrift schreckten einige der Korber „Löwen“ dann aber doch vor dem gemeinsamen Auftritt mit den guten Bekannten des SV Fellbach zurück. Nun aber ist es beschlossene Sache: Im zweiten Anlauf haben sich die Fellbacher und die Korber Ringerabteilung auf die Bildung einer Kampfgemeinschaft unter dem Namen Rems-Löwen geeinigt.

 

Drei Männer- und zwei Jugendteams

Insgesamt fünf Mannschaften werden von Anfang September an im Ligabetrieb starten. Außer drei Männermannschaften – in der Oberliga, der Verbandsliga und in der Landesklasse – sollen auch zwei Teams in der Jugendliga antreten. Für den SV Fellbach bedeutet das sozusagen einen doppelten Aufstieg, denn nach dem verpassten Zusammenschluss musste der SV Fellbach nach dem Saisonende 2024 den Abstieg in die Verbandsliga hinnehmen, in der die Auswahl von Cheftrainer Tariel Shavadze 2025 genau in der Mitte der Abschlusstabelle auf Rang fünf landete. Auch die zweite Mannschaft des SV Fellbach ringt künftig eine Liga höher.

Der SCK greift dem Generationenproblem vor

Thomas Heumann, dem zu Jugendzeiten selbst auf der Matte erfolgreichen Sportlichen Leiter der SVF-Ringer, liegt zuvorderst der Nachwuchs am Herzen: „Jungen Leuten eine gute sportliche Ausbildung zu bieten und Erfolge zu erzielen, ist unser einziges Ziel.“ Für den in verschiedenen Funktionen stark engagierten Korber Abteilungsleiter Uwe Schaal, dessen erfahrene Mannschaft die Oberligarunde zuletzt auf einem respektablen sechsten Tabellenplatz abschloss, ergibt sich laut eigener Aussage die Möglichkeit, dem sich anbahnenden Generationenproblem vorzugreifen. Zudem erhofft er sich eine Erweiterung des Sponsorennetzwerks.

Der SVF punktet mit seinen jungen Talenten

In ideal erscheinender Ergänzung punktet der SV Fellbach – trotz des Abgangs von Kevin Karl zum ASV Schorndorf – mit seinen jungen Talenten wie Noel Lozancic oder Kyriakos Papadopoulos. Letzterer beispielsweise gewann jüngst bei den württembergischen Meisterschaften alle seine sechs Kämpfe vorzeitig und ohne einen Zähler abzugeben. „Für die ganz guten Nachwuchsringer bedeutet es die Chance, auch Auftritte in der Oberliga zu bekommen“, nennt Thomas Heumann einen Vorteil der Kooperation, die sich nicht auf Einzelmeisterschaften erstreckt.

Kämpfe in der Silcherhalle sind undenkbar

Für die Fellbacher Ringerfans hat die Entscheidung jedoch etwas weitere Wege zur Folge. Von möglicherweise einer Ausnahme abgesehen, werden sämtliche Ligaauftritte aller fünf Mannschaften in der auch als Löwen-Arena bekannten Korber Ballspielhalle stattfinden. Die prekären und überaus beengten Verhältnisse in der Fellbacher Silcherhalle sind bei den zu erwartenden Zuschauerzahlen schlicht unzumutbar. „Es ist undenkbar, dass wir in der Silcherhalle ringen werden, weil sie für die Oberliga aus infrastrukturellen Gründen nicht geeignet ist“, sagt Uwe Schaal. In der Löwen-Arena sind hingegen mehrere Hundert Ringerfreunde problemlos unterzubringen. „Da wird künftig schon das eine oder andere professioneller ablaufen“, sagt Thomas Heumann im Hinblick auf Catering, Infrastruktur und Logistik. Zudem verfügt der SC Korb über eine große, engagierte und im Wettkampfablauf geübte Helferschar.

Sportlich passen die Abteilungen gut zusammen

Sportlich scheinen beide Abteilungen gut zusammenzupassen. Während Korb auch im Freistil und in den schweren Gewichtsklassen gut besetzt ist, sind beim SV Fellbach etliche Greco-Spezialisten am Werk, die tendenziell in den leichten und mittleren Gewichtsklassen erfolgreich sind. Auch im Alltagsbetrieb soll es Synergieeffekte durch gemeinsames Training, aber auch durch nach Stilarten getrennte Übungseinheiten geben.

Thomas Heumann will vorn mitringen

Angesichts der von Uwe Schaal und auch von Thomas Heumann als „Win-win-Situation“ bezeichneten Kampfgemeinschaft sind die sportlichen Ziele der Rems-Löwen – zumindest aktuell – eher bescheiden. Das Wort Aufstieg nimmt keiner der Hauptakteure in den Mund. Klar ist für Thomas Heumann aber auch: „Wir wollen auf jeden Fall vorn mitringen.“