„Unzufrieden, enttäuscht“ – Lucas Lazogianis macht aus seiner Stimmungslage keinen Hehl. Foto: IMAGO/United World Wrestling

Der 25-Jährige trifft bereits im zweiten Kampf auf seinen letztjährigen Finalbezwinger. Entschieden ist mittlerweile, für welchen Verein er dieses Jahr in der Bundesliga ringen wird.

Sein Ziel war eine erneute Medaille und damit eine Wiederholung des letztjährigen Ausrufezeichen-Erfolgs. Stattdessen ist Lucas Lazogianis „unzufrieden und enttäuscht“ in den Flieger zurück nach Hause gestiegen. Bei den Ringer-Europameisterschaften in Tirana ereilte den Olympia-Teilnehmer von der SG Weilimdorf das vorzeitige Aus – auch, weil er vier Tage nach seinem 25. Geburtstag Pech bei der Auslosung hatte.

 

Letzteres will Lazogianis zwar „nicht als Ausrede gelten lassen“. „Wenn man aufs Podium möchte, muss man halt auch einige der Großen besiegen“, sagt er. Doch der eigene Weg war dann schon so ziemlich der schwerstmögliche. Nach einem Auftakt-3:1 gegen den Italo-Georgier Nikoloz Kakhelashvili kam es für Lazogianis bereits in der nächsten Runde zu einer Neuauflage des Finalkampfs von 2025. Und: wie seinerzeit in Bratislava zog er gegen den bulgarischen Ex-Vizeweltmeister Kiril Milov den Kürzeren. Endstand: 1:7. Vollends platzte der Medaillenplan dann in der Hoffnungsrunde der 97-Kilogramm-Klasse, in der der Weilimdorfer dem Weißrussen Kiryl Maskevich mit 1:4 Punkten unterlag.

Lucas Lazogianis: die WM als nächstes großes Ziel

„Insgesamt war meine Performance mittelmäßig“, sagt Lazogianis, der nun als nächstes großes Ziel die WM im Herbst vor Augen hat. Deren Austragungsort und genauer Termin sind inzwischen wieder offen. Eigentlich sollte das Turnier in Bahrain stattfinden, was sich aber aufgrund der Krise im Nahen Osten erledigt hat. Im Gespräch ist eine Verlegung nach Almaty in Kasachstan.

Entschieden ist indes, für wen Lazogianis in der diesjährigen Bundesliga-Mannschaftssaison auf die Matte gehen wird. Lange war über das vermeintliche Traumkonstrukt spekuliert worden, nachdem dem Heimatverein des 25-Jährigen der sensationelle Aufstieg in die Bundesliga gelungen ist: der Weilimdorfer Junge im Trikot der SG Weilimdorf? Nicht nur wie gehabt in Einzelwettbewerben unter den Farben der Nord-Stuttgarter, sondern fortan auch in deren Team? Mittlerweile aber ist klar, dass es dazu nicht kommen wird. Lazogianis bleibt beim ASV Schorndorf.

„Ein Wechsel war natürlich ein Gedanke. Ich habe definitiv überlegt“, sagt Lazogianis. Vor allem ein Aspekt bewog ihn schließlich zum „Nein“: Vermisst hat er die Weilimdorfer Ambitionen, sich dauerhaft in Deutschlands höchster Klasse zu etablieren. In der Tat geht man an der Solitudestraße eher von nur einem Abenteuerjahr aus, das die Mannschaft auf eigenen Wunsch als Erlebnis mitnehmen soll. Sollte danach der sofortige Wiederabstieg stehen, kein Problem. Vielleicht sogar besser so für einen Verein, der mit diesem Thema an Grenzen der Machbarkeit stößt.

„Für mich“, sagt Lazogianis, „macht das unter solchen Umständen dann nicht so viel Sinn.“ Er wolle sich ja nicht nach nur einer Saison schon wieder was Neues suchen müssen. Was nicht heißt, dass er den alten Kumpels nicht fest Daumen drücken wird. Die Weilimdorfer Bundesliga-Premiere wird am 5. September sein – mit einem Heimkampf gegen den KV Riegelsberg.