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Spinosaurier lebten während der späten Unter- und frühen Oberkreide im heutigen Nordafrika. In Spanien haben Forscher jetzt Fossilien eines nahen Verwandten entdeckt.

Die zur Kreidezeit in Afrika lebenden gigantischen Spinosaurier haben ihre Wurzeln vermutlich in Europa gehabt. Darauf deuten neue Knochenfunde in Spanien hin, wie die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns in München berichteten.

 
Ein Tyrannosaurus rex triffft aus zwei Spinosaurier an einer Wasserstelle. Foto: Imago/StockTrek Images

Raubsauriers Camarillasaurus cirugedae

 Diese Funde und neue Untersuchungen bereits früher gesammelter Überreste des bislang wenig bekannten Raubsauriers Camarillasaurus cirugedae, der vor etwa 128 Millionen Jahren gelebt hatte, zeigten, dass diese Art ein naher Verwandter der nordafrikanischen riesigen Spinosaurier war.

Camarillasaurus cirugedae Foto: Imago/StockTrek Images

Größer als Tyrannosuarus rex

Tyrannosaurus ist der wohl bekannteste zweibeinige Raub-Dinosaurier, aber längst nicht der größte bekannte Vertreter dieser Gruppe. Spinosaurus, der vor etwa 95 Millionen Jahren in Afrika lebte, war mit bis zu 18 Metern Länge noch größer.

Dr. Grant (Sam Neill) und seine Kameraden werden von einem Spinosaurus bedroht: Szene aus dem US-Film „Jurassic Park III“ aus dem Jahr 2001. Foto: imago/United Archives

Bereits vor zehn Jahren wurden Überreste von Camarillasaurus aus der zentralspanischen Provinz Teruel beschrieben. Ursprünglich wurde das Fossil allerdings den Ceratosauriern zugeordnet – eine Raubsauriergruppe, die aus Europa nur wenig bekannt ist.

Fund im spanischen Saragossa

Bei neuen Grabungen an der Originalfundstelle des Raubsauriers Camarillasaurus fand ein Forscherteam um den Dinosaurierexperten Oliver Rauhut von der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und der Universität im spanischen Saragossa nun weitere Reste des Fossils, darunter Fragmente des Kiefers, des Schwanzwirbels und eines Zahns sowie einen Oberschenkelknochen und eine Fußkralle.

Spinoszursu bei der Jagd. Foto: Imago/StockTrek Images

Die neuen Funde lassen demnach auf eine Verwandtschaft von Camarillasaurus und anderen Spinosauriern schließen. „Wir vermuten, dass die riesigen Raubsaurier Afrikas ihren Ursprung in Europa haben“, erklärt Rauhut. Überreste verschiedener Spinosaurier seien auf der Iberischen Halbinsel häufig, die meisten davon eingebettet in kontinentale Ablagerungen. Forscher gehen daher davon aus, dass die Tiere auf dem Festland lebten und jagten.

Überreste verschiedener Spinosaurier sind auf der Iberischen Halbinsel häufig, die meisten davon eingebettet in kontinentale Ablagerungen. Foto: Imago/Depositphotos

Der nordafrikanische Spinosaurus hingegen wird – aufgrund seiner Anatomie – in jüngerer Zeit eher als Fischfresser interpretiert, der sich die meiste Zeit im Wasser aufhielt. Funde aus Spanien, die diese These stützen, gibt es demnach bislang nicht.