Lindsey Vonn als strahlende Siegerin des Riesenslaloms in Sölden. Foto: dpa

Am Tag, als Vonn Skigeschichte geschrieben hat, bleibt Maria Höfl-Riesch nur die Statistenrolle.

Sölden - Am Tag, als Lindsey Vonn Skigeschichte geschrieben hat, bleibt Maria Höfl-Riesch mit Rang 24 nur die Statistenrolle. Die US-Amerikanerin gewann beim Weltcupauftakt am Samstag in Sölden den ersten Riesenslalom ihrer Karriere vor der Vorjahresgewinnerin Viktoria Rebensburg und hat damit als fünfte Skifahrerin überhaupt alle fünf Disziplinen zumindest einmal für sich entscheiden können.

Im Ziel war die 26 Jahre alte Vonn in einer Gesamtzeit von 2:24,43 Minuten vier Hundertstelsekunden schneller als Olympiasiegerin Rebensburg, die sich „nur im ersten Moment über den knappen Ausgang ärgerte“, wie sie zugab. „Ich bin glücklich, dass ich im ersten Rennen der Saison auf dem Podium stehe.“ Auf den dritten Rang kam die Österreicherin Elisabeth Görgl (0,4 Sekunden zurück)

Vonn kann ihren historischen Erfolg nicht glauben

„Ich kann es noch gar nicht glauben, dass ich es geschafft habe“, sagte Vonn über ihren historischen Erfolg: „Es ist so schwierig, in allen fünf Disziplinen zu gewinnen.“ Vor ihr ist diese bemerkenswerte Leistungbei den Frauen nur Petra Kronberger (Österreich), den beiden Schwedinnen Pernilla Wiberg und Anja Pärson sowie der Kroatin Janica Kostelic gelungen.

Dabei war Lindsey Vonn „mit wenig Selbstvertrauen“ ins Rennen gegangen, wie sie sagte. Eine Woche vor ihrem Triumph war sie im Training auf dem Rettenbachgletscher auf die Hüfte gefallen, sie konnte daraufhin fünf Tage nicht trainieren. Sogar ihr Start im Riesenslalom war gefährdet. „Dass ich hier meinen ersten Riesenslalom gewinne, ist viel mehr, als ich mir erhofft hatte“, sagte sie.

Höfl-Riesch verteilt Seitenhieb an Vonn

Während Vonn ihr Glück kaum fassen konnte, trottete Maria Höfl-Riesch als 24. enttäuscht von dannen. „Zu Tode getrübt“, wie die 26-Jährige es ausdrückte, sei sie aber nicht. „Man darf das erste Rennen in der Saison nicht überbewerten“. Dennoch konnte sich Höfl-Riesch, der auch nur noch ein Riesenslalomtitel fehlt, einen kleinen verbalen Seitenhieb in Richtung Vonn nicht verkneifen. „Es hat schon Siegerinnen in Sölden gegeben, die später in der Saison nicht mehr oft oben standen.“

Höfl-Riesch selbst war am Samstag nur die viertbeste Deutsche. Neben Viktoria Rebensburg waren auch noch Lena Dürr (Germering) als 13. sowie Barbara Wirth (Lenggries) auf dem 18. Rang schneller als die Gesamtweltcupsiegerin der vergangenen Saison.

Rebensburg vergab im flachen Schlussstück die große Chance, ihren Vorjahressieg in Sölden zu wiederholen. Nach dem Steilhang hatte die 22-Jährige 80 Hundertstelsekunden Vorsprung auf Vonn herausgefahren. „Ich habe den Ausgang ins Flache nicht gut erwischt“, sagte Rebensburg über den Fehler, der sie womöglich um ihren vierten Sieg in einem Weltcuprennen gebracht hatte.

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