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Richtig sparen Ein ganzer Tag ohne Strom

Von red 

Ohne Strom nichts los? Ein Tabu-Thema? Alle reden von Energie sparen. Am sparsamsten ist derjenige, der gar nicht erst Energie verbraucht. Das führt zu der Idee, ein Experiment durchzuführen: ein Tag ohne Strom. Funktioniert das überhaupt noch?

Ein Tag ganz ohne Strom – so lautet die Aufgabe

Das bedeutet erst einmal: Ein Tag ohne Handy. Natürlich hätte man den Akku aufladen können, aber das wäre ja geschummelt. Doch nicht nur das Handy ist tabu. Es muss auch ohne Kühlschrank, ohne Herd, ohne Fernseher, ohne Auto und ohne Straßenbahn gehen. Damit der Test einigermaßen realisierbar ist, fällt die Wahl auf einen Samstag. Dann braucht man sich keine Gedanken über das Verkehrsmittel machen, um zur Arbeit zu kommen.

Aufstehen mit oder ohne Wecker?

Augen auf und Blick zum Handy: gucken, wie spät es ist. Der Griff zum Mobiltelefon ist inzwischen zum Automatismus geworden – also ist Disziplinierung gefragt, um durch so einen Fauxpas das Experiment nicht gleich am Anfang schon platzen zu lassen. Ohne Handy muss ein Uhrersatz her. In der Schmuckschublade findet sich eine Uhr aus vergangenen Zeiten.

Gerade aufgestanden, erst mal Licht an. Nein, heute nicht. Stattdessen werden alle Stecker und Ladekabel gezogen. Schwierig wird es bei Kühlschrank, WLAN und Telefon. Auch Kaffeemaschine und Herd sind natürlich tabu. Was würden denn da die anderen Familienmitglieder dazu sagen, wenn alle Geräte vom Netzt genommen werden? Als Kompromiss bleiben die Stecker drin und dafür werden diese Geräte gemieden und das häusliche Internet nicht benutzt.

Kaltes, klares Wasser: Horror im Bad

Der Gang ins Bad steht bevor. Tageslichtbad sei Dank muss nicht alles ertastet werden, denn ohne ist es ganz schön düster. Und ein weiteres Gerät muss stehengelassen werden: Die elektrische Zahnbürste. Glücklicherweise gibt es im Bad ein paar Ersatzzahnbürsten.

Das Schlimmste aber ist: Es gibt nur kaltes Wasser. Denn ohne Strom bzw. Energie gibt es kein warmes Wasser. Noch nie ging das Duschen so schnell – und noch nie so ungern. Duschen im Dunkeln mit kaltem, klarem Wasser. Mindestens genauso unangenehm ist Haare waschen ohne Föhnen. Das Haarstyling fällt heute aus, dafür geht schminken gut.

Heute bleibt die Küche kalt

Küche ohne Strom ist wie ein Vogel ohne Flügel. Zum Frühstück gibt es heute eben Müsli mit Obst und Nüssen, dazu H-Milch. Das geht ohne Strom. Auf gerösteten Toast, Rührei und Kaffee muss heute verzichtet werden. Der Tag verläuft danach relativ entspannt, zum Einkaufen geht’s mit dem Rad. Da der Supermarkt nicht gezwungen werden konnte, beim Experiment mitzumachen, gibt es gekühlte Lebensmittel. Zum Mittagessen wird Salat gegessen und Brot. Was Warmes geht ja nicht.

Zum Abendessen gibt es wieder kaltes, langweiliges Brot – mit warmer Margarine, Marmelade oder Honig. Die Käse- und Wurstwaren bleiben gekühlt im Kühlschrank, der heute nicht geöffnet wird.

Medienkonsum gleich null

Das Radio bleibt aus, Musik gibt es heute nicht, der PC bleibt stumm. Und auch der Fernseher bleibt schwarz, keine Sportschau. Zum Glück gibt das Bücherregal ein paar ungelesene Exemplare her. Am frühen Abend müssen ein paar Teelichter angezündet werden. Eigentlich gut, dass die verstaubten Kerzen, die im Sommer sowieso auf Sparflamme stehen zum Einsatz kommen.

Einmal oder zweimal oder dreimal … schummeln

Als Abendaktivität fallen Kino oder Tanzen ins Wasser. Die Verabredung mit der Freundin steht seit einigen Tagen. Mögliche Absagen konnte ich leider nicht entgegennehmen ohne Handy. Als ich vor dem Haus stehe, bekomme ich ein Problem. Eine Klingel funktioniert ja auch mit Strom. Ich rufe zweimal laut, aber das hört wohl keiner im dritten Stock. Bevor ein Nachbar die Polizei ruft wegen Ruhestörung, schummle ich – und drücke auf die Klingel. Sämtliche Beleuchtungen fallen jetzt umso mehr auf.

Echtes Gespräch

Der Rest des Experimentiertages läuft gut: Statt einem gekühlten Bierchen gibt es ein Glas Rotwein, den trinkt man ja warm. Das Unterhalten macht aber auch ohne Handy und Laptop, die parat liegen, Spaß – sogar mehr als sonst. Denn ehrlich gesagt basieren ja viele Unterhaltungen auf Mutmaßungen, Fachsimpelei und Halbwissen. „Hast du den neuen Tarantino-Film gesehen?“, „Wie heißt der noch mal?“. Oft kommt dann: „Warte ich google es kurz oder schaue bei Wikipedia nach.“ Ohne Strom darf stundenlang weiter gerätselt und debattiert werden.

Fazit

Wie selbstverständlich wir Strom nutzen, fällt erst auf, wenn man bewusst darauf verzichtet. Strom ist allgegenwärtig und in unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Da tut es mal ganz gut einfach abzuschalten.