Richtfest im Neckarpark Volksbank zieht 2019 in den Neckarpark

Von Uli Nagel 

Die ersten beiden Gebäude im neuen Wohn- und Gewerbequartier Neckarpark werden noch in diesem Jahr fertig. Foto: Uli Nagel
Die ersten beiden Gebäude im neuen Wohn- und Gewerbequartier Neckarpark werden noch in diesem Jahr fertig. Foto: Uli Nagel

Richtfest für die 70 Millionen Euro teueren Neubauten im Neckarpark, die von der Münchner Dibag Industriebauten AG errichtet werden. Die Volksbank sieht 2019 ein.

Bad Cannstatt - Bad Cannstatt - Die Volksbank Stuttgart eG nimmt sehr viel Geld in die Hand und investiert in die Zukunft. Rund 70 Millionen Euro kosten die Verwaltungsgebäude, die das Kreditinstitut von der Münchner Dibag Industriebau AG an der Daimlerstraße errichten lässt. Und die Arbeiten schreiten zügig voran, nach gerade einmal eineinhalb Jahren war gestern bereits Richtfest, so dass die Prognose vom Vorstandsvorsitzenden Hans R. Zeisl nicht voreilig war. Er hatte vor drei Monaten während der Bilanzpressekonferenz angedeutet, dass bereits Mitte 2019 rund 400 Volksbank-Mitarbeiter samt der Chef-Etage im Neckarpark arbeiten werden.

Hier werden sechs Verwaltungsbereiche wie etwa Rechnungswesen, Controlling oder Marketing, die bisher im riesigen Geschäftsgebiet verteilt arbeiten, an einen Standort zusammengelegt. Der Standort Börsenstraße soll künftig die Regionaldirektion für den Innenstadtbereich sein. Doch nicht nur die Chef-Etage wird künftig im Neckarpark arbeiten, auch die Volksbank Stuttgart Immobilien GmbH, die bisher in der König-Karl-Straße beheimatet ist. „Das Großprojekt ist ein wichtiger Baustein für eine gute Zukunft der Volksbank Stuttgart“, so Zeisl. Man habe auf den Umbruch im Bankenwesen reagieren müssen – auch wenn 70 Millionen Euro sehr viel Geld seien.

Suche dauerte Jahre

Die Suche nach geeigneten Flächen, um sich baulich und verwaltungsintern fit für die Zukunft zu machen, dauerte einige Jahre. Kein einfaches Unterfangen, denn potenzielle Baugebiete mit einer entsprechenden Lage und Anbindung sind in Stuttgart rar. Kurzfristig liebäugelte Zeisl mit einem großen Gebäude in Fellbach in der Nähe zum S-Bahn-Halt. Doch die Pläne zerschlugen sich schnell, zumal die Stadt Stuttgart – in diesem Fall war es der Erste Bürgermeister Michael Föll – der Volksbank den Neckarpark empfahl. „Ich bin Bürgermeister Föll dankbar, denn der Neckarpark ist ein hervorragender und vor allem sehr zentraler Standort für unsere künftige Hauptgeschäftsstelle“, ist sich der Vorstands-Chef sicher. Er liege im Mittelpunkt des Geschäftsgebietes und sei zudem ausgezeichnet an den ÖPNV angebunden.

Das zweite Gebäude wird von der Volksbank allerdings ab 2019 nur im Erdgeschoss belegt werden. Hier entsteht das Betriebsrestaurant sowie eine SB-Filiale, denn in dem Wohn- und Gewerbepark, der in den kommenden Jahren dort entsteht, sollen einmal mehr als 2000 Menschen wohnen. Die Büros in den Stockwerken darüber mit insgesamt etwa 300 Arbeitsplätzen sollen vermietet werden.

Nur 148 Autostellplätze

Da aus den geologisch bekannten Gründen auf dem ehemaligen Güterbahnhof-Gelände nicht sehr tief gegraben werden kann, sind für beide Neubauten neben 150 Radabstellplätzen insgesamt nur 148 Autoparkplätze geplant. „Wir haben uns deshalb in dem Quartiersparkhaus, das die Stadt baut, ein Kontingent gesichert“, so Vorstand Hans R. Zeisl. Die Arbeiten dafür sollen Ende des Jahres losgehen. Direkt an der neuen Benzstraße entsteht das Gebäude mit 339 Autoparkplätzen sowie 300 Radstellplätzen samt Servicestation.

„Ich freue mich, dass der erste Baustein für den neuen Wohn-und Gewerbepark bald fertig ist“, sagte Baubürgermeister Peter Pätzold und erinnerte noch einmal an die lange Entstehungs- und Planungsgeschichte. Denn im Zuge ihrer Olympiabewerbung 2001 hat die Stadt das Gelände von der Bahn gekauft. Doch nachdem der Olympia-Traum geplatzt war, stand lange nicht fest, ob auf dem ehemaligen Güterbahnhofgelände Wohnungsbau überhaupt möglich war. Stichwort-Lärm. Doch die Probleme sind längst Geschichte, heute freut sich Stuttgart, dass in absehbarer Zeit auch mit dem Bau von rund 850 Wohneinheiten begonnen werden kann. Wichtig war auch, dass man mit der Dibag einen in der Landeshauptstadt bekannten und verlässlichen Partner gefunden hat. Das Münchner Unternehmen, das Anfang des Jahres in der Borsigstraße in Feuerbach den ersten Teil des Technologiecenters an die Firma Bosch übergab, hat sich jedoch im Neckarpark noch weitere Grundstücke gesichert. Darunter auch Q 1, das gegenüber der künftigen Volksbankzentrale in der Frachtstraße liegt. „Hier entstehen ein Bürogebäude und ein Parkhaus“, sagt Reinhard Riedl, Mitglied des Dibag-Vorstandes. Die Fertigstellung soll im zweiten Quartal 2019 sein.

Redaktion Bad Cannstatt

Ansprechpartner
Torsten Ströbele
cannstatt@stz.zgs.de

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