Am Neubau des Landratsamts Esslingen wurde am Freitag Richtfest gefeiert. Foto: Roberto Bulgrin

Die Bauarbeiten in den Esslinger Pulverwiesen gehen zügig voran. Die Kreisverwaltung will den Neubau Ende 2025 beziehen.

Nur 329 Tage nach der Grundsteinlegung wurde am Freitag Richtfest für das neue Esslinger Landratsamt gefeiert. Traditionell findet es dann statt, wenn der Rohbau fertiggestellt ist – doch die täglich bis zu 150 Arbeiter auf der Baustelle in den Pulverwiesen packen fleißig an: Inzwischen ist auch schon ein Großteil der Fassadenelemente aus Aluminium und Glas montiert. „Wir sehen nahezu täglich, wie schnell der Bau voranschreitet“, stellt Landrat Heinz Eininger zufrieden fest.

 

Arbeitsplätze für 675 Mitarbeitende

Mit Hochdruck wird nun der Innenausbau vorangetrieben. Erste Einbauten der Fernwärmeleitung und der Elektrotrassen sind bereits erfolgt. Im September nächsten Jahres will der Generalunternehmer Züblin das fertige Gebäude an die Kreisverwaltung übergeben, diese plant bis Ende 2025 den Einzug der interimsweise an anderen Stellen im Esslinger Stadtgebiet untergebrachten Mitarbeiter. 675 Arbeitsplätze entstehen in dem markanten Neubau, der an Stelle des abgerissenen grünen Altbaus am Neckarufer hochgezogen wird. Laut Heinz Eininger liegt man bislang nicht nur im Zeitplan, sondern auch im Kostenrahmen: Mit 144 Millionen Euro schlägt das Projekt zu Buche, der Bund steuert einen Zuschuss in Höhe von fast 6,8 Millionen Euro bei.

Der Landrat rechtfertigt die Investition: Das neue Verwaltungsgebäude gründe nicht nur auf 14 000 Tonnen Beton, sondern auch auf einem zwölfjährigen Planungsprozess. Der Kreistag habe mit seinen Beschlüssen zur Neuordnung der Kreisverwaltung „sehr weitsichtige Entscheidungen getroffen“, betont Eininger. „In der Gesamtbetrachtung war ein Neubau im Vergleich zum Erhalt, der Sanierung und Erweiterung des Bestandsgebäudes rentabler.“ Mit Baukosten von 3990 Euro pro Quadratmeter Grundfläche liege man deutlich unter den Baukosten vergleichbarer Projekte. Stolz schwingt in der Stimme des in wenigen Monaten aus dem Amt scheidenden Landrats mit: „Wir verwirklichen hier ein äußerst wirtschaftliches Bauvorhaben, das höchste Ansprüche an Ästhetik, Nachhaltigkeit und Qualität erfüllt.“

Ein Erfolgsfaktor für das Projekt

Auch das Stuttgarter Bauunternehmen Züblin ist nach den Worten seines Vorstandsmitglieds Stephan von Heyde stolz darauf, dieses „Leuchtturmprojekt“ für kreislaufgerechtes Bauen zu realisieren. Das neue Landratsamt werde hohen Nachhaltigkeitsansprüchen genügen, es erfülle den KfW-Effizienzhausstandard 40. Um es fristgerecht fertigstellen zu können, habe das Projektteam alle baubegleitenden Prozesse konsequent digital zusammengeführt, erläutert von Heyde. „Das ist ein entscheidender Erfolgsfaktor bei diesem Projekt.“

Reiner Hahn, der Geschäftsführer von BFK Architekten aus Stuttgart, hebt hervor: „Durch den gesamten Planungsprozess standen die Menschen, die das Gebäude über viele Jahre nutzen werden, für uns im Mittelpunkt aller Überlegungen.“ Das Gebäude in der Grundform einer liegenden Acht biete einen Ort, der Mitarbeitende und Besucher freundlich empfangen und auf kurzen Wegen zum Ziel führen werde – die einen zu ihrem modern und flexibel gestalteten Büroarbeitsplatz, die anderen zu einem der Ämter, schildert Hahn. So wird sich die Kfz-Zulassungsstelle gleich neben dem barrierefreien Eingangsbereich mit großem Foyer befinden. Auch der große und kleine Sitzungssaal für den Kreistag sind im Erdgeschoss zu finden – ebenso wie die Kantine für die Mitarbeitenden samt Küche und eine Kindertagesstätte mit zwei Gruppen.