Großprojekt: die Neue Mitte in Remseck. Hier ein Blick auf das künftige Rathaus. Foto: factum/Granville

Eine Stadt schafft sich ein Zentrum: Rathaus, Marktplatz, Halle und Kulturzentrum in Remsecks Neuer Mitte nehmen Gestalt an. Rund 35 Millionen Euro kostet das Großvorhaben.

Remseck - Die Leute sprechen ja gerne von ,die da oben’, wenn sie von Entscheidungsträgern reden“, sagt der Remsecker Oberbürgermeister Dirk Schönberger. „In unserem neuen Rathaus sind ,die da oben’ die Bürger – vertreten vom Gemeinderat.“ Spricht’s und lässt den Blick vom vierten Stockwerk aus über Neckarrems, Neckargröningen und Aldingen schweifen, so wie es die Remsecker Räte auch tun können, wenn der Rohbau in einem Jahr Rathaus sein wird. Künftig tagen sie mit Panorama-Aussicht: Der Sitzungssaal ist auf das oberste Stockwerk des neuen Verwaltungssitzes aufgesetzt.

Untypisch flott

Remsecks Millionen-Projekt Neue Mitte, das die bisher auf die Ortsteile verstreute Verwaltung am Zusammenfluss von Neckar und Rems zentriert und mit einer Stadthalle, einem Kultur- und Begegnungszentrum sowie einem Marktplatz kombiniert, ist in den vergangenen Monaten rasant gewachsen. Auf der Baustelle geht es untypisch flott voran: „Bei öffentlichen Gebäuden heißt es ja immer, es dauert länger und wird teurer. Bei uns nicht“, so Schönberger beim Richtfest am Freitag. Schützenhilfe erhält er vom Architekten Uwe Hein: „Der Bau wurde trotz der Hitzeperiode vergangenen Sommer so zügig und komplikationslos hochgezogen, dass die Rohbauarbeiten vier Wochen früher fertig wurden als geplant.“

Rems und Neckar sollen erlebbar werden

60 000 Kubikmeter Raum auf einer Grundfläche von rund 15 000 Quadratmetern Fläche umfasst das Großprojekt, das Remseck ein Zentrum bescheren soll. Das lang gezogene Rathaus und die im rechten Winkel dazu liegende Stadthalle samt Kultur- und Begegnungszentrum „Kubus“ sind als schützender Rahmen für den Marktplatz konzipiert – denn dass das Ensemble an einem Verkehrsknotenpunkt liegt, lässt sich nicht wegdiskutieren.

Rund 35 Millionen Euro kostet die Neue Mitte. Parallel dazu will die Stadt, die bald auch zu den Gastgebern der Remstal-Gartenschau zählt, die Flusslandschaft von Rems und Neckar besser erlebbar machen. Von der Neuen Mitte aus ermöglichen das Stege, der künstlich angelegte Neckarstrand oder wassernahe Gastro-Angebote.

Feiern in Etappen

Fertig wird das Zentrum in Etappen: Das Rathaus im Mai 2020, dann die Stadthalle, zum Jahresende schließlich der Kubus. Alles in einem Aufwasch einzuweihen, wäre ohnehin zu schade, findet der Oberbürgermeister: „Da käme jedes einzelne Gebäude in seiner Bedeutung zu kurz.“

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