Ricarda Lang hat in den letzten Monaten deutlich an Gewicht verloren - hier eine Aufnahme aus dem Dezember 2024 in der Talkshow von Caren Miosga. Foto: imago/HMB-Media / Uwe Koch

In einem Interview verrät Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang, wie sie abgenommen hat. Waren Ozempic, Mounjaro oder Wegovy im Spiel?

Ricarda Lang (31) präsentiert sich mit strahlendem Lächeln und viel schlanker als früher. Auch von Familienplanung und Schwangerschaft ist die Rede, und es gibt von ihr und 50 Mistreiterinnen aus aktuellem Anlass einen "Töchter-Brief" an Friedrich Merz. Aber was genau steckt hinter dem beträchtlichen Gewichtsverlust?

 

Sowohl im Interview mit dem "ZEITmagazin" als auch mit "Bild" sprach die ehemalige Vorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen über die Gründe für ihre Abnehmkur und wie der jahrelange Hass und die Anfeindungen wegen ihres Übergewichts sie zunächst davon abhielten, etwas zu ändern.

"Das Abnehmen war geplant und hart erarbeitet, schon seit letztem Frühjahr" (2024), betont Lang. Es sei keine Reaktion auf die Kommentare und Abwertungen im Netz gewesen, "sonst hätte ich das vermutlich auch schon viel früher getan". Im Oktober 2025 wurde bekannt, dass Lang bereits 40 Kilo abgenommen hat und weitere 10 Kilo abnehmen will. Alle paar Wochen müsse sie sich neue Kleidung kaufen, sagte sagte die Abgeordnete aus dem Wahlkreis 269 (Backnang/Schwäbisch Gmünd) nun der "Bild".

Ricarda Lang 40 Kilo schlanker

 "Ich habe mein Jura-Studium abgeschlossen. Ich habe geheiratet. Ich habe 40 Kilo abgenommen. Ich habe losgelassen", beschreibt die Politikerin ihre Metamorphose der letzten 18 Monate im Interview. "Das Abnehmen war mehr ein Prozess. Ich wurde 30. Ich wollte fit sein, gesund. Ich wollte mir selbst wieder gehören", so Lang.


Ricarda Lang: 40 Kilo ohne Ozempic-Abnehmspritze

Der Hauptgrund für die Gewichtsabnahme seien vor allem ihre Gesundheit und die Erkenntnis gewesen, dass ihr politischer Job sehr auslaugend sei: "Da sollte ich ein bisschen mehr auf mich achten." Die öffentlichen Anfeindungen hätten sie eher davon abgehalten, sich mit Ernährung und Sport zu beschäftigen. "Viele denken dann, oh, das schaffe ich eh nicht", erklärt die Grünen-Politikerin. Sie habe auch aus Trotz gedacht: "Nee, von euch lasse ich mich da nicht reindrängen."

Dass ihre Figur auch nach dem Abnehmen weiter ein Thema sei, damit hatte Lang gerechnet. Viele trauten sich aber gar nicht, die Veränderung direkt anzusprechen: "Man ist ein bisschen verunsichert, weil man niemanden auf sein Äußeres reduzieren will." Sie selbst freue sich jedoch, dass die Leute es bemerkten: "Man sieht mir, glaube ich, an, dass ich mich gerade wohlfühle in meiner Haut." Ozempic, Wegovy & Co. waren es also nicht, die Ricarda Lang zu ihrem neuen Look verholfen haben, sondern natürliche Wege, Willenskraft und Beharrlichkeit.

"Man muss verzichten" - so hat Ricarda Lang abgenommen

Lang nennt vor allem mehr Sport und Bewegung sowie eine veränderte Ernährung als ausschlaggebend. "Ja, man muss verzichten", sagte sie der "Bild".

Ricarda Lang hat nach eigenen Angaben durch eine Kombination von verschiedenen Maßnahmen ihr Gewicht reduziert:

  • Gesündere Ernährung: Sie achtet mehr auf ihre Ernährung und kocht häufiger selbst zu Hause.
  • Weniger Essen unterwegs: Seit ihrem Rücktritt als Parteivorsitzende sitzt sie nicht mehr so oft im Zug und isst dadurch weniger unterwegs.
  • Mehr Bewegung: Lang hat Sport in ihren Alltag integriert, um ihre Gesundheit zu verbessern.
  • Reduzierter Alkoholkonsum: Sie trinkt deutlich weniger Alkohol als zuvor.
  • Bessere Work-Life-Balance: Seit ihrem Rücktritt als Parteivorsitzende nimmt sie sich mehr Zeit für sich selbst und achtet bewusster auf ihre Gesundheit.

Hass und "Fat Shaming" gegen Ricarda Lang

Keinen einzigen der unzähligen Hasskommentare zu ihrem Gewicht könne sie vergessen. Als besonders verletzend habe sie jedoch jene empfunden, in denen behauptet wurde, wer sich nicht unter Kontrolle habe, könne auch an anderer Stelle nichts leisten: "Das ist ja absurd. Aber es ist mir nähergegangen als einfach nur 'du fette Quaddel' oder 'du hässliches Stück Butter' oder so was." Von dieser "perfiden Art der Abwertung" fühle sie sich noch immer getroffen.

Generell sieht Lang Frauen in der Politik mit "unfassbar widersprüchlichen Anforderungen" konfrontiert. Es werde ein Anspruch formuliert, bei dem das Scheitern programmiert sei: "Du giltst als machthungrig, wenn du sagst, zum politischen System gehöre auch Macht dazu; wenn du es nicht bist, bist du das kleine Mäuschen, das sich nicht behaupten kann." Es werde Zeit, "dass wir neue Spielregeln schaffen", so die Grünen-Politikerin.

Ricarda Lang zeigt Resilienz

Ihre Resilienz habe sie bereits als Kind durch ihre Mutter mitbekommen: "Ich habe immer das Gefühl, dass ich auf einem sehr stabilen Fundament gebaut bin und kein Kommentar und keine Anfeindung mich als ganze Person zum Einstürzen bringen kann." Mit ihrer Gewichtsabnahme wolle sie nun auch ein Vorbild sein - aber nicht um jeden Preis: "Ich kann mir selbst jetzt nicht die ganze Zeit den Druck machen, als Projektionsfläche Verantwortung zu tragen. Ich muss ja auch zusehen, dass es mir gut geht."