Vor zehn Jahren in Düsseldorf im Angebot: Das vergoldete Kaiserschnitzel Foto: dpa

Über das vergoldete Steak von Frank Ribery zerreißt sich die Fußball-Welt den Mund. Dabei ist das Blattgold verhältnismäßig harmlos – und schon längst in der Spitzengastronomie außer Mode.

Stuttgart - Den Preis nehmen die Fans eher mit einem Achselzucken zur Kenntnis, die Farbe polarisiert: Weil Fußball-Profi Franck Ribéry von Bayern München in Dubai ein vergoldetes Steak für 1200 Euro verspeist hat, schlagen die Wellen hoch. Natürlich vor allem, weil der Franzose die Kommentare zu seinem in einem sozialen Netzwerk geposteten Bild aus dem Lokal mit obszönen Sprüchen konterte. Aber auch wegen des Goldes! Was Sternekoch Marco Akuzun vom Restaurant Top Air am Flughafen Stuttgart nicht wundert: „Das Ganze strahlt einfach Dekadenz aus.“

Weiße Trüffel wären viel kostspieliger

In Stuttgart sucht man nach einem solchen Stück vergoldeten Fleisches vergeblich. In der Meatery etwa, wo in extremer Form dem Fleischgenuss gehuldigt wird, gibt’s derlei Firlefanz nicht. Wer unbedingt mehr Geld ausgeben will, bekommt Trüffel auf das Steak. Das schmeckt besser (Blattgold schmeckt nach nichts), kostet allerdings keineswegs weniger. Weiße Trüffel aus Alba wären deutlich kostspieliger als Blattgold. Marco Akuzun: „Blattgold ist schon teuer, aber Trüffel wären teurer.“

Für Akuzun selbst ist Blattgold in der Küche etwas, „das man vielleicht mal als Gag“ einsetzen kann. Aus einer Gänseleber hat er vor Jahren mal eine goldene Kugel gebastelt, aber grundsätzlich hält er wenig von dieser Art der Verzierung. Vor allem ist das Gold in der hiesigen Küche auch längst aus der Mode gekommen: „Das war vor zehn Jahren mal im Trend, aber heute eigentlich nicht mehr“, sagt Akuzun. Die Aufregung versteht er trotzdem: „Der Gast assoziiert mit Gold eben teuer.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: