Die Bahn will im Rheintal Vollgas geben. Foto: dpa

Langsamere Personenzüge bringen keinen besseren Lärmschutz, behauptet die Bahn. Schließlich seien die lauten Güterzüge das Problem. Die Bürgerinitiativen in Südbaden sind enttäuscht.

Stuttgart/Auggen - Die Deutsche Bahn AG will sich auf der Neubaustrecke im Rheintal nicht von den südbadischen Bürgerinitiativen ausbremsen lassen. Bei einem Gespräch im baden-württembergischen Verkehrsministerium in Stuttgart, an dem auch Vertreter des Bürgerbündnisses Markgräflerland teilnahmen, beharrte die Bahn darauf, die Strecke für Hochgeschwindigkeitszüge auszulegen.

„Um mit dem ICE in 90 Minuten von Karlsruhe nach Basel zu kommen, müssen die Personenzüge bis zu 250 Stundenkilometer schnell fahren“, erklärte eine Sprecherin des Ministeriums im Anschluss. Die Bahn habe dies „ausführlich und nachvollziehbar“ dargelegt. Andernfalls werde es nicht gelingen, den Takt, wie angestrebt, um eine halbe Stunde zu verkürzen.

Zudem bringe die von den Bürgerinitiativen geforderte Begrenzung auf 160 Stundenkilometer für den Lärmschutz keinerlei Effekte. Das Hauptproblem seien die viel langsameren Güterzüge. An ihnen würden letztlich die Lärmschutzmaßnahmen ausgerichtet. Die Bürgerinitiativen kämpfen nämlich nicht nur gegen den Lärm. Insbesondere im Abschnitt zwischen Müllheim und Auggen fürchten die Anwohner auch die Beeinträchtigung durch zu hohe Lärmschutzwände. Die örtliche Bürgerinitiative favorisiert deshalb eine Tieferlegung der Gleise. Doch dies sei „wirtschaftlich nicht tragbar“, wie es bei dem Treffen hieß.

„Für uns ist die Politik des Gehörtwerdens Richtschnur für unser Handeln. Doch wir können die Regeln der Physik nicht außer Kraft setzen“, sagte die Sprecherin des Ministeriums. Zudem könne die geforderte Geschwindigkeitsbegrenzung nur der Bund als Bauherr beschließen. Hoffnung könnten die Anwohner aus der Tatsache schöpfen, dass von 2020 an laute Güterzüge nciht mehr erlaubt sind. Zudem werde ein Rückgang des Güterverkehrs auf der Schiene prognostiziert. Ein neues Schallgutachten soll dies berücksichtigen, um eine Überdimensionierung der Schallschutzanlagen zu verhindern. Die Bürgerinitiativen kündigten derweil ein Gegengutachten an.

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