Stevan Pauls Kochbuch "Auf die Hand" gilt als Standardwerk der noch jungen Street Food-Bewegung Foto: Brandstätter Verlag

Mit interaktiven Grafiken - McDonald's und Burger King bekommen Konkurrenz: Von Köchen, die Burger-Brötchen eigenhändig backen und den Ketchup selbst anrühren. Street Food heißt das Schlüsselwort zum neuen Essverständnis der deutschen Großstädter. Food-Blogger Stevan Paul hat das Phänomen in seinem Buch "Auf die Hand" beleuchtet. Wir stellen drei Rezepte daraus vor.

Sie heißen Bánh mì*, Pastrami* und Poffertjes*, die neuen Sterne am Street Food-Himmel. Street Food, das Essen für den Verzehr auf der Straße, erobert derzeit die deutschen Städte und macht - wie nebenbei - den großen Fast Food-Ketten Konkurrenz. Mit Food-Festivals wie der Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg, um deren Stände sich immer donnerstags bis zu 4000 Menschen drängen, und mit Food-Trucks - mobilen Essständen, deren Betreiber Hot Dogs und Burger, aber auch Kässpatzen oder Rösti für jeden Kunden frisch zubereiten und knallheiß servieren. 

Street Food ist das neue Fast Food, sagt der Kochbuchautor Stevan Paul. Paul muss es wissen, denn sein Buch "Auf die Hand" gilt als das Standardwerk der noch jungen Street Food-Bewegung. In dem Kochbuch gibt der ehemalige Koch und Food-Blogger einen Überblick über das Phänomen und zeigt mit Fotos und Rezepten, wie gesund und lecker Fast Food sein kann.

"Im Grunde genommen ist Street Food beschleunigtes Slow Food: Es wird frisch vor Ort zubereitet. Und die meisten Zutaten stellen die Köche selbst her", erklärt Paul. Das gilt nicht nur für die Saucen, sondern auch für Burger-Brötchen und Pommes frites. Mit klassischem Fast Food habe das nicht mehr viel gemein, betont Paul: "Fast nur noch die Serviergeschwindigkeit."

Was das Angebot betrifft, hängt Stuttgart im Vergleich zu Städten wie Berlin, Nürnberg, Hamburg oder München zwar noch etwas hinterher. Doch auch hier dreht ein Food-Truck seine Runden: Die Betreiber von "Erna und Co." verkaufen selbstgemachte Maultaschen, Fleischküchle und Spätzle direkt aus dem Imbisswagen.

Das Trend-Sandwich Pastrami kann man im Tattis Laden in der Calwer Passage und im Martha's im Königsbau versuchen. Die vietnamesischen Báhn Mì-Baguettes findet man im Good Morning Saigon oder im Do’s. Und die süßen niederländischen Pfannkuchen Poffertjes macht keiner so gut wie Wasiliki Fotiadou und Yvonne Möbius von Poffers, die mit ihrem Poffers-Mobil hin und wieder auch auf Tour sind. Auf einen Essensmarkt oder ein Food Festival wie die Markthalle Neun müssen Fast Food-Fans allerdings wohl noch ein Weilchen warten.

Bis dahin bleibt ihnen nichts anderes übrig als selbst zu kochen (Rezepte als Download) - zum Beispiel das katalanische Tomatenbrot Pa amb Tomáquet, den saftigen Burger "The Italian" oder den Bagel mit gegrilltem Lachs, Frischkäse und Senf-Honig-Sauce aus Stevan Pauls Buch "Auf die Hand".

*Báhn mì: Baguette mit geröstetem Schweinefleisch, Koriander, knackigen Gemüsestreifen und einer scharfen Soße; Pastrami: Sandwich mit geräuchertem und gewürztem Truthahn; Poffertjes: niederländische Pfannkuchen im Mini-Format.

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