Im Feuerwehrhaus in Sillenbuch geht es ehr eng zu. Foto: Caroline Holowiecki

Im Bürgerhaushalt wird für einen Neubau der Sillenbucher Feuerwache geworben. Ist die geplante Unterbringung im Bürgerzentrum damit etwa passé?

Sillenbuch - Der Stuttgarter Bürgerhaushalt ist in der heißen Phase. Bis zum 24. März können Vorschläge bewertet werden. Unter anderem der mit der Nummer 60893. Er besteht aus nur vier Wörtern: „Neubau Feuerwehrhaus in Sillenbuch“. Im Kern ist diese Forderung alt. Das jetzige Gebäude stammt von 1974. Es ist zu eng und entspricht nicht den Standards. Aber: Eigentlich gibt es ja bereits einen Plan für die Feuerwehr. Sie soll im neuen Bürgerzentrum unterkommen. Im Doppelhaushalt 20/21 wurden dafür Planungsmittel in Höhe von 1,4 Millionen Euro eingestellt.

Dass in dem Vorschlag nicht explizit aufs Bürgerzen­trum verwiesen wird, ist insofern bemerkenswert, als dass es bei den Planungen zum Multifunktionsbau tatsächlich hakt. Vorgesehen ist eigentlich, auf dem Parkplatz an der Haltestelle Schemppstraße ein Gebäude mit Bezirksrathaus, Saal und Stadtteilbibliothek zu bauen, und auch die Feuerwehrwache soll dort integriert werden. „Das Hochbauamt hat durch rechnerische Simulation ermittelt, dass diese aufgrund von zu erwartenden Lärmemissionen nicht genehmigungsfähig wäre“, erklärte allerdings Ende Januar die Verwaltungssprecherin Anna Sendler. Es würden Alternativen gesucht, wie die geplanten Nutzungen – Bürgerzentrum und Feuerwehr – dennoch am vorgesehenen Standort realisiert werden können. Eine Berichterstattung in den Entscheidungsgremien sei im Lauf des Frühjahrs vorgesehen – sobald eine Planungsvariante vorliege, die grundsätzlich genehmigungsfähig sei.

Der Kommandant weiß nicht, von wem der Vorschlag kommt

In dieser Phase lässt die Forderung nach einem Neubau aufhorchen. Glaubt die Feuerwehr etwa nicht mehr an den Einzug ins Bürgerzentrum? Den Vorschlag zum Bürgerhaushalt gemacht hat eine Person mit dem Pseudonym Sydney. Sebastian Zaiser, der Kommandant der Sillenbucher Feuerwehr-Abteilung, betont: Er weiß nicht, wer dahintersteckt, nicht mal, ob es sich überhaupt um jemanden aus den eigenen Reihen handelt. „Es hat sich keiner zu erkennen gegeben.“

Dennoch unterstützt die Feuerwehr den Vorschlag nun offensiv. Im Stadtteil wurden sogar Plakate aufgehängt. Man habe zuvor intern kontrovers diskutiert, sei aber zu dem Schluss gekommen: Sollte der Vorschlag Nummer 60893 wenige Stimmen bekommen und ganz hinten landen, wäre das ein falsches Signal ins Rathaus. „Nicht, dass die Stadtverwaltung denkt, das ist für uns nicht mehr aktuell“, sagt Sebastian Zaiser. Er betont: „Der Vorschlag spricht uns aus dem Herzen.“

Dennoch wirkt er zuversichtlich, dass eine neue Feuerwache kommen wird – und zwar im geplanten Bürgerzentrum, „ich denke schon, dass das weiter geplant wird“. Sollten alle Stricke reißen, glaubt er an eine Alternative. „Wir haben Vertrauen in den Rat und die Verwaltung. Die werden uns nicht im Regen stehen lassen.“