In 95 Prozent der Fälle muss der Rettungswagen nach spätestens 15 Minuten vor Ort sein. Auf den Fildern gab es hier allerdings Engpässe. Foto: Thomas Krämer

Immer mehr Menschen leben auf der Filderebene, und der Verkehr nimmt zu. Für Rettungskräfte bringt dies neue Herausforderungen. Schwachpunkt sind vor allem die westlichen Filder. Seit Kurzem gibt es aber etwas Entspannung.

Filder - Wenn das Herz nicht mehr oder zu schnell schlägt, das Gehirn nur noch schlecht mit Sauerstoff versorgt wird, weil ein Pfropfen die Arterien verstopft, oder Menschen nach einem Unfall zu verbluten drohen, dann ist jede Minute kostbar. Und jede Minute verschwendet, in der der Rettungswagen im Stau steht oder von weit hergeholt werden muss, weil das in der Nähe stationierte Fahrzeug bereits einen Einsatz hat.

Seit Anfang März hat sich die Situation auf den Fildern verbessert. Ein zusätzlicher Rettungstransportwagen steht nun zur Verfügung. Betrieben wird er vom Regionalverband Stuttgart Dienststelle Esslingen der Johanniter-Unfall-Hilfe. Der Interimsstandort am Feuerwehrhaus in Bernhausen ist montags bis freitags jeweils von 7 bis 19 Uhr besetzt. Von dort rückt das neu in Dienst gestellte Fahrzeug mit einem Notfallsanitäter und einem Rettungssanitäter aus. „Der Rettungswagen ist nagelneu und entspricht mit seiner Ausstattung dem Stand der Technik“, sagt Markus Blessing. Dazu gehört nach Worten des Sachgebietsleiters Rettungsdienst der Region Esslingen auch eine separate Klimaanlage für den Patientenraum, was in Zeiten immer heißer werdender Sommer wichtig ist.

Gesetzliche Fristen wurden nicht ausreichend eingehalten

Die Entscheidung, auf den Fildern einen weiteren Rettungswagen zu stationieren, hatte der dafür zuständige Bereichsausschuss gefasst, in dem sowohl die Hilfsorganisationen als auch die Kostenträger vertreten sind. „Der Grund war, dass die gesetzlich festgelegten Hilfsfristen nicht in ausreichendem Maße eingehalten werden konnten“, sagt Blessing. Demnach muss in 95 Prozent der Fälle der Rettungswagen 15 Minuten nach dem Notruf am Einsatzort sein. Schwachpunkt war vor allem der westliche Filderbereich, wenn der in Leinfelden stationierte DRK-Rettungswagen selbst unterwegs war. „Zum einen steigt die Zahl der Einsätze Jahr für Jahr an, außerdem wird der Verkehr immer dichter, und es leben zunehmend mehr Menschen im Raum“, begründet Blessing den Bedarf für ein weiteres Fahrzeug. Durch den neuen Rettungswagen würde eine Lücke in der Notversorgung geschlossen, käme professionelle Hilfe schneller an den Einsatzort.

Computersoftware hat den Standort gefunden

Ende des Jahres soll sich die Versorgung vor allem im westlichen Filderbereich weiter verbessern. Dann werden die Johanniter ihre neue Rettungswache im Gewerbegebiet in Stetten an der Sielminger Straße in Betrieb nehmen und das Fahrzeug dorthin verlegen. „Diese Wache wird an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt sein“, sagt Oliver Cosalter.

Der Standort wurde mit Hilfe von Computersoftware gefunden und ist für den Esslinger Dienststellenleiter der Johanniter optimal. „Die B 27 ist nur ein paar hundert Meter entfernt, die daran liegenden Orte schnell zu erreichen“, ergänzt er. Die Wache selbst werde derzeit umgebaut und mit der nötigen Infrastruktur für das Personal und den Rettungswagen ausgestattet. Bis dahin nutzen die Johanniter die Räumlichkeiten des Bernhäuser Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes. „Wir sind der Stadtverwaltung und dem DRK dankbar, dass diese unkomplizierte Lösung gefunden werden konnte“, sagt Blessing.

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