Rettungskräfte vor der Höhle. Foto: ZUMA Wire

Die Höhlenrettung in Thailand taugt als modernes Höhelngleichnis. Sie führt vor Augen, wozu Menschen in positivem Sinne in der Lage sind, meint unser Autor Jan Sellner.

Stuttgart - Ganz gleich, für wen das Fußballherz schlägt, für den VfB Stuttgart oder für eine der verbliebenen vier Mannschaften bei der Weltmeisterschaft in Russland – auf ein Fußballteam kann sich die ganze Welt einigen: auf die thailändische Jugendmannschaft, bestehend aus zwölf Jungs zwischen 11 und 16 Jahren samt ihrem Trainer, die vor zwei Wochen von Wassermassen in einer Höhle eingeschlossen wurde.

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Ihr Schicksal bewegt Menschen aller Nationen. Millionen Fans des Lebens verfolgen die Entwicklung im Norden Thailands, nehmen Anteil – auch am Tod eines Tauchers –, bangen mit, beten oder beteiligen sich mit Rat und Tat. Nie hat man sich mehr gewünscht, dass ein Fußballteam gewinnt – in diesem Fall den Kampf gegen das Wasser, gegen den Mangel an Sauerstoff, den Kampf gegen die Dunkelheit und gegen die Zeit. Unter Aufbietung enormer Kräfte, unter Beteiligung von Experten weltweit, darunter 18 Taucher und Mediziner aus Großbritannien und Australien, ist die Rettungsaktion am Sonntag angelaufen. Mit Erfolg.

Nicht alle Kinder erhalten diese Aufmerksamkeit

Und was ist mit Kindern, die anderswo in Lebensgefahr sind? Ja, es stimmt, viele erhalten nicht diese Aufmerksamkeit – aktuell etwa die Kinder im syrischen Daraa. Das kann allerdings kein Argument gegen die Anstrengungen sein, die in Thailand unternommen werden. Im Gegenteil: Die Rettungsaktion dort führt vor Augen, wozu Menschen in positivem Sinne in der Lage sind. Sie gibt einem den Glauben an die Menschheit zurück. Jede und jeder Einzelne zählt - auch jeder Flüchtende auf dem Mittelmeer. Das lehrt dieses moderne Höhlengleichnis.

jan.sellner@stzn.de

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