Auf der Retro Classics werden Oldtimer und Youngtimer präsentiert. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Eine eigene Halle für BMW, eine neue Marke, die Neo Classics: Bei der Retro Classics tut sich einiges. Das soll auch der neue Untertitel zeigen: Messe für Fahrkultur.

Stuttgart - Karl Ulrich Herrmann erinnert sich noch gut an die Anfangsjahre: „Alle haben mich ausgelacht“. Im Jahr 2001 ist er mit seiner Oldtimer-Schau namens „Retro Classics“ gestartet, in bescheidenem Rahmen, damals noch im alten Messegelände auf dem Killesberg. Heute, wenige Tage vor dem Start der 19. Auflage, ist er mit sich im Reinen. „Wir haben nichts zu klagen“. Die Hallen der neuen Messe auf den Fildern sind bis auf den letzten Platz belegt. Vom 7. bis zum 10. März werden auf rund 140 000 Quadratmetern Fläche rund 4000 Exponate präsentiert.

Am Dienstagabend gab es für die geladenen Gäste beim so genannten Pre-Opening im Autohaus Brunold in Vaihingen erste Einblicke. Sie flanierten, mit einem Glas Weißburgunder in der Hand, an einer blitzblanken Oldtimer-Parade entlang, von der hinreißenden Giulia aus dem Hause Alfa Romeo bis zum grundsoliden BMW.

Das hat einen Grund: Erstmals wird bei der Retro Classics die Halle vier der Marke BMW gewidmet sein. Auf rund 3500 Quadratmetern werden Händler und Clubs ihre Modelle ausstellen, „Wir haben uns dazu entschlossen“, erklärte Karl Ulrich Herrmann, „weil die bayerischen Kollegen langsam ins Alter kommen, Oldtimer zu sein“. Sie erfreuten sich einer steigenden Nachfrage – mit ebensolchen Preisen.

Auch Sammler mögen’s komfortabel

Das gilt auch für die jungen Klassiker: Manufakturfahrzeuge, Einzelstücke und Kleinserien. Ihnen ist erstmals in Halle fünf unter den Namen „Neo Classics“ ein eigener Bereich gewidmet. Laut Herrmann sind die exklusiven Neuwagen und Youngtimer (die 20 Jahre und älter sind) „seit zwei bis drei Jahren der Trend“. Oldtimersammler schätzen mittlerweile auch diese modernen, komfortablen und sportlichen Fahrzeuge. Und er selbst erweist sich damit quasi als Visionär: Er hat sich die Marke „Neo Classics“ bereits vor 17 Jahren schützen lassen.

Konsequenterweise nennt sich die Retro Classics erstmals im Untertitel „Messe für Fahrkultur“ – man sei nun mal keine reine Oldtimerschau mehr. Zeitgleich hat sich das Management verjüngt: Karl Ulrich Herrmann fungiert zwar weiter als Geschäftsführender Gesellschafter, aber sein Sohn Andreas unterstützt ihn als Geschäftsführer für die Messen in Köln, Nürnberg und jetzt auch in Stuttgart.

Bei allen Neuerungen bleibt die bewährte Mischung erhalten aus edlen Oldtimern, schnittigen US-Cars, Motorradgespannen, Traktoren und Ersatzteilen. Für den 20. Geburtstag der Autoschau kündigte Herrmann senior beim Pre-Opening einen besonderen Aussteller an. Es sei ihm erstmals gelungen, den Besitzer des Rennstalls Gulf dazu zu bringen, einige seiner Raritäten 2020 in Stuttgart zu zeigen. Ein Coup insofern, als Roald Goethe einer der „bekanntesten unbekannten Sammler“ sei.

Die Retro Classics dauern vom 7. bis 10. März. Geöffnet ist Donnerstag von 11 bis 19 Uhr, Freitag bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr.

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