Neue Pächter: Annika und Manuel Braun Foto: privat

Manuel Braun und seine Ehefrau Annika sind als Pächter des Restaurants Waldschlössle in Fellbach von ihren Gästen gut aufgenommen worden. Engpässe beim Personal sollen bald der Vergangenheit angehören. Auch Sternekoch Michael Oettinger unterstützt die neuen Pächter.

Über mangelnden Zuspruch können sich Annika und Manuel Braun beim besten Willen nicht beklagen. Im Gegenteil: Zwei Wochen nach der Eröffnung des von ihnen gepachteten Restaurants Waldschlössle auf dem Kappelberg hoch über Fellbach ist das Interesse groß. „Es lief sehr gut. Jeden Tag kamen mehr Gäste, als wir Kapazitäten hatten“, sagt Manuel Braun über die Tage nach der Eröffnung am 19. Juli.

 

Speziell am vergangenen Sonntag war auf dem Kappelberg einiges los. Die Kinder des evangelischen Ferienwaldheims feierten ihr Eröffnungsfest, und die Radler des im Rahmen von Fast & Forest ausgetragenen Mountainbike- und Gravelbike-Rennens bevölkerten den westlichsten Schurwaldzipfel. Folglich konnten Annika und Manuel Braun einigen Spontanbesuchern keinen Platz mehr anbieten und haben deswegen eine vorherige Reservierung empfohlen. „Der Großteil der Menschen hat die Ablehnung verstanden“, sagt Manuel Braun.

Die Pächter hoffen, bald eine neue Servicekraft einstellen zu können

Die Kapazität seines Restaurants bezieht sich dabei nicht auf die 45 Sitzplätze im Inneren der zusätzlich mit einer großen Terrasse ausgestatteten Gaststätte, sondern auf den – noch – vorhandenen Mangel an Personal. Dieser soll bald Geschichte sein, denn Annika und Manuel Braun hoffen, in den nächsten Tagen eine weitere Servicekraft einstellen zu können. Vor allem aber trat bereits an diesem Mittwoch mit Yannic Kurrle, dem Sohn beziehungsweise Bruder der Fellbacher Zeltvermieter Joachim Kurrle und Jacques Kurrle, ein weiterer ausgebildeter Koch seinen Dienst im Restaurant Waldschlössle an.

Die Umstände, die dazu führten, sind durchaus bemerkenswert, denn sowohl Yannic Kurrle als auch Manuel Braun haben ihre Berufsausbildung beim Schmidener Sternekoch Michael Oettinger absolviert. Manuel Braun war 2021 gar der kreisweit beste Absolvent der Ausbildung zum Koch. Wer nun vermutet, dass Michael Oettinger die neue und von seinem „Oettinger’s Restaurant im Hotel Hirsch“ nicht allzu fern gelegene Restauration wenig goutiert, der irrt gänzlich. „Die Idee, uns für das Restaurant Waldschlössle zu bewerben, kam sogar von Michael Oettinger“, sagt Manuel Braun, der schon zu Azubizeiten zusammen mit seiner damaligen Lebensgefährtin und jetzigen Ehefrau das Winnender Café Glückskind betrieb. Mehr noch, auch im Bewerbungsverfahren unterstützte der für seine engagierte Berufsausbildung mehrfach ausgezeichnete Sternekoch Annika und Manuel Braun. Beide sind ihm dafür sehr dankbar, denn eine Empfehlung von Michael Oettinger hat Gewicht.

Spitzenkoch Michael Oettinger hat keinen Personalengpass

Nun geht die Unterstützung in die nächste Runde, denn Yannic Kurrle ist – wieder – Angestellter von Michael Oettinger. Nach absolvierter Ausbildung hat der ehemalige Herdgenosse von Manuel Braun bei überaus renommierten Küchenchefs Erfahrung gesammelt. Immerhin drei Sternerestaurants hat der 23-Jährige als Arbeitsplatz gehabt. Neben Oettinger’s Restaurant zählen dazu das Bachofer in Waiblingen und der Adler in Asperg. Weil Michael Oettinger in der glücklichen Lage ist, dass er im Gegensatz zu vielen Berufskollegen keinen Personalengpass hat, darf Yannic Kurrle in den nächsten sechs Monaten, also voraussichtlich bis einschließlich Januar 2024, nicht in Schmiden, sondern in Sichtweite auf dem Kappelberg am Herd stehen. „Wir haben nach wie vor auch privat sehr engen Kontakt“, sagt Manuel Braun über Michael Oettinger, von dessen Restaurant er nur wenige Schritte entfernt wohnt.

Die personelle Unterstützung soll sich auch auf die Speisekarte auswirken, die in den nächsten Wochen im Umfang nur geringfügig, in der Opulenz der Gerichte jedoch spürbar verändert werden wird. Vor allem die Beilagen zu den aktuell vier Hauptgerichten sollen vielfältiger werden. Zum Herbst hin wird die leichte Sommerkarte durch jahreszeitlich angepasste Gaumenfreuden ergänzt. Nichts ändern soll sich am Grundkonzept, das laut Internetauftritt des Restaurants Waldschlössle darauf abzielt, „die Regionalität des Remstales in den Vordergrund zu stellen und in Verbindung mit zeitgemäßer, innovativer deutscher Küche widerzuspiegeln.“ Dieser Ansatz, der auch zahlreiche regionale Lieferanten einbezieht, scheint in den zwei ersten Wochen seit der Wiedereröffnung des von der Stadt Fellbach kernsanierten Sehnsuchtsorts der Fellbacher anzukommen. „Die Leute waren sehr begeistert sowohl vom Aufbau des Restaurants als auch vom Service und den Speisen“, sagt der 26-jährige Wirt.

Die Fahrzeiten des Shuttlebusses passen nicht zu den Öffnungszeiten

Keine Auswirkungen auf das Restaurant Waldschlössle hat ein kürzlich von der Stadt Fellbach in Zusammenarbeit mit dem Fellbacher Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (AWO) etablierter Shuttlebus von der neuen Kelter bis zum Waldschlössle. Laut städtischer Pressemitteilung kam das Angebot durch ein Schreiben an Oberbürgermeisterin Gabriele Zull ins Rollen: „Darin war der Wunsch der älteren Generation zur Umsetzung eines Shuttleverkehrs eindringlich formuliert. Dieser Wunsch erhielt mit der Wiedereröffnung des Waldschlössles neue Aktualität.“ Unabhängig davon, dass sich die Lokalität auf dem Kappelberg als Restaurant und nicht als Café für Nachmittagsgäste versteht, passen auch die Fahrzeiten nicht zu den Öffnungszeiten: Die letzte Rückfahrt ins Tal findet um 17 Uhr statt, das Restaurant Waldschlössle öffnet an Freitagen aber erst um 17.30 Uhr.