Die direkte Zufahrtsstraße zum Restaurant „GiG – Genuss im Grünen“ ist seit Anfang September gesperrt. Grund dafür ist ein umgestürzter Baum. Foto: Simon Granville

Die SPD-Fraktion im Ludwigsburger Gemeinderat will eine Alternativroute zum Otto-Konz-Weg schaffen. Für das dortige Restaurant kommt diese Lösung aber zu spät.

Gibt es noch eine Rettung für das Restaurant „GiG – Genuss im Grünen“ im Osten Ludwigsburgs? Seitdem mit dem Otto-Konz-Weg die einzige direkte Zufahrtsstraße nun schon monatelang gesperrt ist, bleiben die Gäste aus. Der Inhaber des Restaurants hat damit gedroht, sein Lokal Anfang Dezember zu schließen, wenn sich an der Situation nichts ändert. Doch Ideen aus der Politik sind rar gesät.

 

Die SPD-Fraktion im Ludwigsburger Gemeinderat hat nun auf die Klagen des Restaurantbesitzers reagiert und einen Antrag eingebracht. Es geht dabei allerdings eher um eine langfristige Verbesserung der Verkehrssituation am Neckar. Das könnte dem Freibad Hoheneck und dem Restaurant „Genuss im Grünen“ helfen – wenn es dann nicht bereits zu spät ist.

SPD will Pläne aus dem Jahr 2018 vorantreiben

„Es kam in den vergangenen Jahren schon ein paar Mal vor, dass der Weg gesperrt war – auch mitten in der Freibadsaison“, sagt Daniel O’Sullivan, SPD-Fraktionsvorsitzender. Schon öfters sei es zu Abrutschen auf den Hängen gekommen, manchmal auch zu Überschwemmung – der Weg direkt am Neckar liegt im Hochwassergebiet.

Nach den Berichten über die existenzielle Notlage des Restaurantbesitzers habe man sich daran erinnert, dass es bereits im Jahr 2018 weit fortgeschrittene Pläne für eine Alternativroute gab. Diese wurden damals aber nicht weiter verfolgt, nachdem ein Unternehmen einen Bauantrag auf der gegenüberliegenden Neckar-Seite eingereicht hatte. Der Antrag sei daraufhin in Vergessenheit geraten.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Ludwigsburger Gemeinderat, Daniel O’Sullivan, sieht keine schnelle Lösung für das Restaurant „Genuss im Grünen“. Foto: privat//Simon Granville

Mit ihrem Antrag will die SPD nun dafür sorgen, dass das Bebauungsplanverfahren fortgesetzt wird. Konkret geht es darum, eine Fußgänger- und Fahrradbrücke über den Neckar zu bauen sowie einen Parkplatz auf der gegenüberliegenden Flussseite. Dort soll dann auch eine Bushaltestelle entstehen, um „eine endgültige Lösung“ für die ungenügende Verkehrssituation zu finden. Dann wären die Gäste von Freibad und Restaurant auch nicht mehr vom Otto-Konz-Weg abhängig.

Es fehlen Ideen für eine kurzfristige Lösung

Einziges Problem an der Sache: Selbst wenn der Gemeinderat dem Antrag der SPD zustimmen sollte, wird es Jahre dauern, bis Brücke und Parkplatz Realität werden. „Dem Restaurantbetreiber hilft unser Antrag nicht. Wenn er seine Gaststätte jetzt schließen muss, weil er pleite ist, wäre das schade“, sagt O’Sullivan. Er hofft, dass der Otto-Konz-Weg überhaupt bis zum Beginn der Freibadsaison wieder freigegeben werden kann: „Wäre ja auch doof, wenn wir unser Freibad dicht halten müssten.“

Doch was kann die Stadt dann tun, um den Restaurantbesitzer vor dem finanziellen Ruin zu bewahren? „Ich habe keine Ahnung, wie wir ihm helfen könnten. Das ist eine ganz bescheuerte Situation da unten“, sagt O’Sullivan. Es braucht langsam schon ein vorweihnachtliches Wunder, um ein Ende des „Genuss im Grünen“ noch abzuwenden.