Ein strahlend blauer Himmel über dem Briefmarkenschloss Foto: Deutsche Post

Der Markenbildungsprozess für das Stadtimage, den der Ludwigsburger Oberbürgermeister Werner Spec angestoßen hat, ist noch immer nicht abgeschlossen. Umso besser, dass nun die Deutsche Post in die Bresche springt: Die Behörde lässt Eberhard Ludwigs Residenz in Serie gehen – als Sondermarke.

Ludwigsburg - Zugegeben, die Preußen haben mal wieder die Nase vorn: Das Potsdamer Schloss Sanssouci ist 15 Cent teurer als das Ludwigsburger Residenzschloss. Dafür aber bringt der schwäbische Prachtbau alles mit, was für einen Standardbrief nötig ist – und kann darum mit schierer Masse punkten. Gemeint sind natürlich nicht die steinernen Denkmale selbst, sondern deren Konterfeis auf Briefmarken:  Am 9. Februar wird die Deutsche Post in ihrer Reihe „Schlösser und Burgen“ eine neue 70-Cent-Sondermarke herausbringen, die eine Ansicht des Ludwigsburger Schlosses zeigt. So bekommt das Residenzschloss schon zum zweiten Mal seit dem Jubiläumsjahr 2004 die philatelistischen Weihen.

Eine Briefmarke wirbt für die Marke Ludwigsburg

Der Markenbildungsprozess, den der Oberbürgermeister Werner Spec angestoßen hat, ist noch nicht abgeschlossen, und die damit beauftragten Marketingexperten basteln noch immer an einem neuen Image der „Marke Ludwigsburg“. Umso besser, dass nun die Deutsche Post in die Bresche springt: Mit einer Briefmarke, die den Markenkern Ludwigsburgs auf „gestrichenem, weißen und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier“ präsentiert: das Schloss mit seiner klassizistischen Fassade, also vom Südgarten aus betrachtet.

Nicole Elsenbach, eine Designerin aus dem nordrhein-westfälischen Hückeswagen, hat „das Schwäbische Versailles“ (so der Werbetext der Deutschen Post) auf 44,5 mal 26,2 Millimeter verkleinert. Nach Einschätzung der beim Bundesfinanzministerium für die Motivauswahl zuständigen Gremien konnte man kaum an diesem Monument vorbeikommen, gehöre es doch nicht nur zu „den größten barocken Schlossanlagen Deutschlands“, sondern auch zu „den größten noch im Original erhaltenen Barockschlössern Europas“.

Jährlich bringe die Post 50 bis 60 neue Briefmarken an die Schalter, sagt der für das Thema Philatelie zuständige Postsprecher Erwin Nier. „Die sind aus einer Flut von jährlich 400 bis 500 Vorschlägen ausgewählt worden.“ Eine schwierige Aufgabe, die, seit es kein Postministerium mehr gibt, dem Finanzministerium zufalle. Genauer: einem dort angesiedelten Programm- und einem Kunstbeirat.

Sonderstempel für Sammler

Die Marke mit dem Ludwigsburger Schloss ist vom 9. Februar an an den meisten Postschaltern erhältlich. Für Sammler bereitet das Philatelie-Versandzentrum in Weiden die Marken mit Ersttagsstempeln auf. Als Ausgabeorte werden jedoch nur Bonn und Berlin genannt. Die Frage, ob im Fall der Ludwigsburger Marke ein mobiler Schalter beim hiesigen Postamt für einen Stempelaufdruck „Ludwigsburg“ bereitstehen wird, war bis Dienstagabend noch nicht entschieden. „Erfahrungsgemäß sind neue Sondermarken nach Ablauf von zwei Jahren abverkauft“, sagt Nier. Bis dahin würden sie von den nachfolgenden Neuerungen verdrängt. „Was dann noch übrig ist, wird meist in Sammlerblister verpackt – zusammen mit 40 bis 50 anderen Sondermarken“, sagt der Postsprecher.

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