Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern beim Rentenanspruch werden langsam aber stetig kleiner. Foto: dpa

Der Gender Pension Gap misst die Lücke, die zwischen den durchschnittlichen eigenen Alterseinkommen von Männern und Frauen existiert. Die Kluft ist immer noch extrem.

Frankfurt - Der Gender Pension Gap misst die Lücke, die zwischen den durchschnittlichen eigenen Alterseinkommen von Männern und Frauen existiert. Der Bundesregierung zufolge liegt der von den Frauen selbst erwirtschaftete Rentenanspruch nicht einmal bei der Hälfte dessen, was an Männer gezahlt wird: Im Jahr 2015 betrug der Gender Pension Gap 53 Prozent. Frauen bekommen im Alter also nur knapp die Hälfte des Einkommens, das Männern gezahlt wird. Im Westen liegt der Unterschied mit 58 Prozent deutlich höher als im Osten Deutschlands (28 Prozent).

Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern werden langsam aber stetig kleiner. 1995 lag der Gender Pension Gap noch bei 69 Prozent, vor rund zehn Jahren waren es 59 Prozent.

Deutschland steht schlecht da

Im internationalen Vergleich steht Deutschland schlecht da. Laut einer Analyse der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind Frauen hier mit dem größten geschlechtsspezifischen Rentengefälle konfrontiert. An der Spitze stehen Länder wie Estland, Dänemark und Tschechien. Neben Deutschland sind Großbritannien, die Niederlande und Luxemburg ebenfalls Schlusslichter. Der Durchschnitt der OECD-Länder liegt bei 28 Prozent.

Schaut man auf die verschiedenen Möglichkeiten der Vorsorge, ergeben sich in Deutschland deutliche Unterschiede: Besonders groß ist die Lücke mit 60 Prozent bei der betrieblichen Altersversorgung. Bei der gesetzlichen Rentenversicherung liegt der Wert bei 45 Prozent, bei den Zusatzversicherungen des öffentlichen Dienstes bei 37 Prozent. In der privaten Altersvorsorge ist der Wert mit 14 Prozent deutlich geringer. Die Zahlen berücksichtigen keine Hinterbliebenenleistungen oder sonstige Haushaltseinkommen.

In der gesetzlichen Rentenversicherung sind zwar Leistungen enthalten, die die Familienarbeit von Frauen ausgleichen sollen. Kritiker bemängeln, dass diese in der Regel nicht ansatzweise die geringeren Löhne und die geringeren Arbeitszeiten von Frauen ausgleichen, die häufig durch Familien- oder Pflegearbeiten entstehen.

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