Ostdeutsche Rentner freuen sich über die deutliche Erhöhung ihrer Rente. Foto: dpa

Die Rentenerhöhung zeigt, dass die milliardenteure Ost-Angleichung überflüssig ist, meint Roland Pichler.

Berlin - In den vergangenen Jahren sind die Rentenerhöhungen im Osten stets höher ausgefallen als im Westen. Auch in diesem Jahr erhalten die Rentner dort zum 1. Juli eine Erhöhung von 1,9 Prozent, während das Plus im Osten fast doppelt so hoch ausfällt. Die Erklärung ist einfach: Die Rente richtet sich nach den Lohnsteigerungen. Da es in den neuen Ländern Nachholbedarf gibt, fallen dort Gehaltssteigerungen höher aus. Das widerlegt das weit verbreitete Gefühl, der Osten komme schlecht weg. Rentnern im Westen bleibt immerhin eine Erhöhung in Höhe der Inflationsrate.

Die große Koalition will die Angleichung der Ostrenten an Westniveau beschließen

Dennoch schafft die Rentenpolitik der Bundesregierung neue Ungerechtigkeiten. In den nächsten Wochen will die große Koalition die Angleichung der Ostrenten an das Westniveau beschließen. Von 2018 bis 2024 soll es für Ost-Rentner eine Extra­erhöhung geben, um die Angleichung zu beschleunigen. Das wird noch zu Ärger führen. Bezahlen müssen diesen Aufholprozess in erster Linie die Beitragszahler, die mehrheitlich im Westen leben. Dabei handelt es sich um die typische Klientelpolitik der großen Koalition. Mit der gleichen Berechtigung könnten Beschäftigte in wirtschaftsschwachen Regionen im Westen einen Rentenzuschlag verlangen. Die Politik wäre klug beraten gewesen, die Angleichung dem Markt zu überlassen. So schafft sie nur neue Ungereimtheiten.

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