2022 sollen die Renten kräftig steigen. Doch die Rentenpläne der möglichen Ampel-Koalition stoßen bei Experten auf Kritik. Foto: dpa/Andreas Gebert

Corona hat zuletzt eine signifikante Rentenerhöhung verhindert. Um wie viel die Bezüge dafür 2022 steigen – und wie die Rentenpläne der möglichen Ampel-Koalition aus SPD, Grüne und FDP aussehen.

Rentnerinnen und Rentner in Deutschland haben Grund zur Freude beim Blick auf die Rentenschätzungen für 2022: Im Juli sollen die Bezüge in Westdeutschland um 5,2 Prozent, in den neuen Bundesländern sogar um 5,9 Prozent steigen, wie nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus dem Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2021 hervorgeht.

Ein Rentenanstieg wie seit fast 40 Jahren nicht mehr

Bleibt es bei der nun geschätzten Rentenerhöhung, steigt eine monatliche Rente von 1000 Euro, die nur auf Westbeiträgen beruht, somit zum 1. Juli um 52 Euro - eine gleich hohe Rente mit Ostbeiträgen um 59 Euro.

Damit dürften die Renten in Westdeutschland so stark steigen wie seit fast 40 Jahren nicht mehr. 1983 gab es ein Plus von 5,59 Prozent. In Ostdeutschland stiegen die Renten zuletzt 2016 mit einem Plus von 5,95 Prozent in vergleichbarer Höhe wie 2022. In diesem Jahr hatte die Corona-Pandemie die Rentnerinnen und Rentner um eine deutliche Erhöhung gebracht. Im Westen gab es eine Nullrunde, in Ostdeutschland ein Plus von 0,72 Prozent.

Das sind die Rentenpläne von SPD, Grüne und FDP

Grund war der konjunkturbedingte Einbruch der Beitragseinnahmen. Eine Trendumkehr hatte sich bereits seit Monaten abgezeichnet. Laut Entwurf des Rentenversicherungsberichts sind die Beitragseinnahmen im laufenden Jahr bis September gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um rund 3,7 Prozent gestiegen. Zur endgültigen Einschätzung der Rentenfinanzen seien die Ergebnisse der Steuerschätzung abzuwarten. Sie werden kommende Woche erwartet.

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Die mögliche Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP will das Rentenniveau von 48 Prozent als Minimum sichern und das Eintrittsalter nicht erhöhen. Zusätzlich wollen die Parteien die Aktienrente einführen, also einen Teil der gesetzlichen Rente in Zukunft über Investitionen in Aktien finanzieren.

Doch all diese Vorhaben sind teuer – für viele Rentenexperten zu teuer. Einige sind sich sicher, dass die Pläne der möglichen Ampel-Koalition ohne steigende Rentenbeiträge nicht umsetzbar sind. Besonders die jüngere Generation müsste dann für die Vorhaben mehr von ihrem Lohn abdrücken, prognostizieren Experten.

  
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