Volle Konzentration beim Rennen der schnellen Flitzer auf der rund 74 Meter langen Carrera-Rennbahn. Foto: Roberto Bulgrin

Bei den Race-Days in Aichelberg sorgte ein rennbegeistertes Team für schöne Erlebnisse mit Carrera-Miniaturautos. Spaß und Nervenkitzel für Jung und Alt.

Der Andrang war riesig. Bei den Carrera-Race-Days am Wochenende in Aichelberg waren die Zuschauerreihen voll. Auf der raumfüllenden Rennbahn drehten Jung und Alt ihre Runden. Mit dem Regler steuerten sie die Miniatur-Rennwagen über die Strecke. Die kleinen Flitzer faszinieren Jungs und Mädchen ebenso wie Eltern und Großeltern.

 

„Wir hatten schon als Kinder eine Carrera-Rennbahn“, erinnert sich Oliver Scholz. Die Tradition hat der Familienvater zuhause selbst fortgesetzt. Seine Tochter Nele teilt die Begeisterung für die kleinen, schnellen Autos. „Ich helfe meinem Vater, wenn es was zu reparieren gibt“, sagt die 17-Jährige lachend. Bei den Race Days im evangelischen Gemeindehaus in Aichelberg hatte der Tüftler Oliver Scholz einiges zu tun. Denn im Dauereinsatz geht bei so einem kleinen Rennauto schnell mal was kaputt.

Vor dem Start stehen die kleinen Rennautos am richtigen Platz. Foto: Roberto Bulgrin

Zwei Tage lang lud die Initiative „Impulse für Gemeinsames Erleben“ der evangelischen Kirche in Aichwald, kurz „Igel“, zu den Renntagen ein. Vom Ansturm war Andreas von Scholz überwältigt. „Es werden jedes Jahr mehr Leute“, schwärmte der Organisator bei der vierten Auflage. Die Idee sei in der Corona-Zeit entstanden, als Begegnung nur schwer möglich war. Mit so einem Event lasse sich „Gemeinschaft schaffen“, sagt der Vorsitzende des Kirchengemeinderats.

Viele junge Leute begeistern sich für die schnellen Mini-Autos

Dass so viele junge Leute mitmachen, freut Andreas von Scholz besonders. Sein Sohn Elias ist ebenfalls Carrera-Fan. Den Aufbau der Rennbahn, die inzwischen 74,74 Meter lang ist, hat der 17-Jährige genossen. „Das ist was anderes als unsere kleinen Bahnen zuhause“, verriet er am Rande. Dem Schüler gefällt, „dass man auf der geraden Strecke auch mal richtig Tempo machen kann“. Je nach Modell können die Mini-Autos in Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer beschleunigen.

„Die Initiative ging von einigen Familien hier in Aichwald aus“, erinnert Andreas von Scholz an die Anfänge. Alle brachten ihre Carrera- Bauteile für die Rennbahn mit, „und mit den Jahren kauften wir noch manches dazu.“ Über so viele Kurven zu fahren, mache die Rennen noch spannender. Aus dem privaten Familienspaß machten die evangelischen Christen dann die Race Days. „Alle sind willkommen, unabhängig von der Religion“, sagt Lukas Vatter. Der 18-Jährige behielt im Renngetümmel immer den Überblick. Er koordinierte die Abläufe souverän. Geduldig erklärte er den Neulingen, was es bei den Rennen zu beachten gilt: „Manchen muss man halt die Angst nehmen.“ Doch auch wenn Spiel und Spaß im Fokus stehen, gehört für den jungen Erwachsenen ein religiöser Impuls dazu. Denn gab Lukas Vatter am Samstag selbst. Vor den Rennen am Sonntag fand der Lighthouse-Gottesdienst in der Feldkirche in Aichelberg statt.

Angespannte Aufmerksamkeit vor dem Start. Foto: Roberto Bulgrin

Wer einen Platz bei den Startern ergattert hatte, bekam einen Tempo-Regler in die Hand. Der Nervenkitzel, bevor die Autos starten, gehört dazu. Dass auf der Rennbahn das eine oder andere Auto aus der Bahn geworfen wird, ist nicht weiter schlimm. Es kostet aber wertvolle Sekunden. Blitzschnell setzten die Streckenposten die Flitzer wieder in die Schiene. Wer zu sehr aufs Tempo drückte, riskierte Überschläge. Doch wer zu langsam unterwegs war, musste in dem sechsköpfigen Starterfeld mit Zusammenstößen rechnen.

Organisationsteam unterstützt bei jedem Anlass

Selbst bei Massenkarambolagen blieb Yves Münzenmaier cool. Der 17-Jährige war schnell zur Stelle, wenn es ein Auto aus der Bahn hob. Vor dem Start nahm er unerfahrenen Starterinnen und Startern die Unsicherheit. „Es ist schön, wenn wir alle Generationen begeistern.“ Bevor es losgeht, müssen die Autos korrekt stehen.

Hanna Vatter teilt mit ihrem Bruder Lukas die Begeisterung für die kleinen Autos. Im Organisationsteam wie auf der Strecke hatten die Geschwister viel Spaß. Wie die anderen Helferinnen und Helfer trugen sie rote T-Shirts mit der Aufschrift „Crew“. Die vielen Gäste zu betreuen, die ins Gemeindehaus kamen, gefiel der 17-Jährigen. Leicht fand sie einen Draht zu Jung und Alt.

Mit Kuchen, Hot Dogs und Getränken versorgte das Küchenteam die Gäste. Im Raum duftete es verführerisch. Doch die Rennen fesselten die meisten so sehr, dass erst mal kaum Zeit zum Essen blieb. In aufgeregte und doch konzentrierten Gesichter schaute Dirk Ricklefsen, der an der Strecke Dienst tat. Für den Aichwalder ist „das Gemeinschaftserlebnis bei den Rennen einfach schön“. Weil er schon früher bei den Race Days dabei war, hat er sich eine kleine Kunststoffmatte mitgebracht, um die Knie zu schonen. Auf dem Boden komme man schneller an die Rennwagen ran. „Wenn so ein Auto aus der Bahn fliegt, muss man gleich da sein.“

Ein bisschen Ehrgeiz ist bei dem Familienspaß dabei. Auf einer Leinwand waren die Zeiten der besten Starter angezeigt. Manch einer schaute gebannt auf die Tabelle – und stellte sich ein weiteres Mal an, um den eigenen Wert vielleicht doch noch zu verbessern. Am Ende der Renntage maßen sich die Rennstars beim Grand Prix. Für die Besten gab es Pokale und Medaillen.