Die stellvertretende JGR-Vorsitzende Mirjam Weber und ihre Mitstreiter wünschen sich mehr überdachte Plätze in Renningen. Foto: Simon Granville

Nach einer Klausurtagung will der Renninger Jugendgemeinderat nun seine Projekte vorantreiben. Vor allem ein überdachter Treffpunkt soll geschaffen werden.

Bereits im Oktober des vergangenen Jahres hat der Renninger Jugendgemeinderat seine Arbeit aufgenommen. Zunächst wurden von den Jugendlichen gemeinsam Ziele herausgearbeitet, die im Februar bei einer Klausurtagung auf der Burg in Bad Liebenzell konkretere Formen annahmen. Dort wurden Arbeitsgruppen gebildet und ein Fahrplan entworfen. Auch Bürgermeisterin Melanie Hettmer war an dem Wochenende vor Ort. Jetzt will das Jugendgremium in die Umsetzungsphase kommen und auch in der Öffentlichkeit präsenter werden.

 

Schaffung eines überdachten Ortes

Als Großprojekt haben die Jugendlichen die Schaffung eines überdachten Treffpunkts auserkoren. Denn es gibt im Zentrum Renningens zwar viele Bänke, aber kaum Orte, an denen man sich auch regengeschützt im Freien aufhalten kann. „In Gesprächen mit Jugendlichen ist der Wunsch nach einem überdachten Treffpunkt oft genannt worden“, erklärt Mirjam Weber, stellvertretende Vorsitzende des Renninger Jugendgemeinderats. „Es gibt am Dirtpark einen gut genutzten, überdachten Bereich. Aber wir finden, dass es auch in Richtung Malmsheim einen solchen Treffpunkt geben sollte.“ Dort gibt es beim Spielplatz im Becken zwar eine kleine Überdachung. Doch die befindet sich direkt angrenzend an das Neubaugebiet Schnallenäcker. „Da kann man sich abends eher nicht laut unterhalten oder Musik hören“, führt Mirjam Weber aus. „Daher prüfen wir gerade, ob oberhalb der Bahnlinie zwischen Renningen und Malmsheim ein überdachter Bereich mit zwei Bänken realisiert werden kann.“

Für das Projekt wurde auch beim Treffen des Jugendgremiums mit dem Renninger Gemeinderat geworben.„Das ist eine Idee, die von Jugendlichen kommt, die aber allen zugute kommt“, zeigt sich die 16-jährige stellvertretende Vorsitzende optimistisch, mit ihrem Anliegen auch bei den Stadträten auf ein offenes Ohr zu stoßen. Denn dem Jugendgremium steht für seine Arbeit ein Budget in Höhe von 5000 Euro zur Verfügung. Sollten die Kosten für den überdachten Treffpunkt teurer ausfallen, wäre die Unterstützung des Gemeinderates oder eines Sponsors nötig.

Enttäuscht waren die Jugendlichen darüber, dass die überdachten Fahrradstellplätze im Schulzentrum keine Unterstützung im Gemeinderat erfuhren. „Das ist ein wichtiges Projekt für uns, das schon im letzten Jugendgemeinderat angestoßen wurde“, berichtet Weber. „Immerhin soll für das nächste Jahr ein Neuanlauf unternommen werden. Wir hoffen, dass neben den Frauen für Renningen auch andere Fraktionen uns dabei unterstützen.“ Dass seitens der Verwaltung und Schulleiter Bedenken geäußert wurden, dass die überdachten Fahrradstellplätzen zu „ungewollten Treffpunkten im Schulzentrum“ führen könnten, sieht Mirjam Weber als gutes Argument dafür, dass es eben generell an Treffpunkten für Jugendliche fehle.

Dem Jugendgremium ist es außerdem wichtig, in der Öffentlichkeit präsenter zu sein. Denn damit könne man allen Jugendlichen in Renningen und Malmsheim verdeutlichen, dass der Jugendgemeinderat viel bewirken kann. Und somit langfristig auch neue Mitstreiter für sich gewinnen. Denn die letzte Wahl zum Jugendgemeinderat musste abgesagt werden, da sich nur 18 Jugendliche für 18 Plätze beworben hatten. Folglich wurden alle Bewerber direkt zu Jugendgemeinderäten nominiert.

Sonnenschein, Markt, Open-Air Kino

Am 10. und 16. Mai findet wieder die „Aktion Sonnenschein“ vor der Filiale eines Drogeriemarkts in der Benzstraße statt. Schon in der Vergangenheit hatten Mitglieder des Jugendgremiums Produktspenden gesammelt, um sie mit Hilfe der „Aktion Notnagel e.V.“ Bedürftigen zukommen zu lassen. Hierfür werden Kundinnen und Kunden vor dem Markt angesprochen und dazu ermuntert, ein oder zwei Artikel mehr als üblich zu kaufen und diese zu spenden. Am 16. Mai ist das Jugendgremium auch mit einem Stand beim besonderen Wochenmarkt vertreten. In der Klimaschutz- und Gesundheitswoche wollen die Jugendlichen hierbei frische Smoothies verkaufen.

Für den Sommer will der Rat ein Open Air-Kino organisieren. Mit dem Betreiber „Kinomobil“ soll das Renninger Stadion in ein Freiluftkino verwandelt werden. „Unser ursprüngliche Gedanke war, das kostenlos anzubieten“, erklärt Mirjam Weber. „Aber Kinomobil hat Vorschriften, die das untersagen und wir streben nun an, den Eintritt zum niedrigstmöglichen Preis anzubieten.“