Die Renninger Wettkampfgruppe in Aktion. Foto: privat

Die Feuerwehr-Wettkämpfer aus der Region gehören zur Weltspitze – auch die Renninger Brandbekämpfer mischen ganz oben mit.

Renningen - Die Menschen rund um Leonberg, Renningen und Böblingen sind in vielen Disziplinen Spitzenklasse. Zum Beispiel entwickeln sie die besten Autos. Beim Thema Innovation gilt die Region insgesamt als Vorbild. Nicht ganz so bekannt ist allerdings, dass auch die Crème de la Crème der internationalen Feuerwehrsportler von hier kommt. Nicht weniger als sechs Wehren allein aus dem Landkreis Böblingen schicken in zwei Wochen Mannschaften zu den Deutschen Feuerwehr-Meisterschaften nach Cottbus. Brandbekämpfer aus Herrenberg-Kuppingen werden dort ebenso ihr Bestes geben wie jene aus Böblingen, aus Weil im Schönbuch-Neuweiler, aus Waldenbuch sowie Holzgerlingen. Und: auch Feuerwehr-Wettkämpfer aus der Rankbachstadt gehen in Cottbus an den Start.

„Bei uns in der Region hat der Feuerwehrsport eine ausgeprägte Tradition“, berichtet Tim Kühnle von der Renninger Wettkampfgruppe. Das zeige auch der jüngste deutschlandweite Pokalwettbewerb am vergangenen Wochenende. Nicht nur wurde er in Neuweiler ausgetragen, also gleich um die Ecke. Auch nahmen mehrere Teams aus dem Kreis Böblingen eine Spitzenposition ein; die Renninger wurden sechste. „Bei der starken Konkurrenz kein Makel“, wie Kühnle betont. Indes wollen sich die Brandbekämpfer vom Rankbach in Cottbus noch steigern. Sie hoffen, unter die besten acht Teams in der Königsklasse der „Männer über 18“ zu kommen. Damit würden sie sich für den großen internationalen Wettkampf des Weltverbandes CTIF im kommenden Jahr in Mulhouse in Frankreich qualifizieren.

Alle vier Jahre findet dieses Großereignis statt, das umgangssprachlich auch als „Feuerwehr-Olympiade“ bezeichnet wird. Wer hier antritt, gehört zu den besten der Welt. „Wettkampfgruppen unserer Wehr haben in der Vergangenheit schon daran teilgenommen“, berichtet Tim Kühnle, der an die Gründung der Renninger Wettkampf-Abteilung Anfang der 1970er Jahre erinnert. Unter anderem seien die Renninger eines der Teams gewesen, die 1981 bei der Olympiade in Böblingen eine Silbermedaille gewonnen haben, 1993 in Berlin gab es sogar Gold. „Wir wollen natürlich unseren Vorgängern, von denen viele Väter von Mitgliedern der heutigen Wettkampfgruppe sind, zeigen, dass wir das auch können“, gibt der 28-Jährige das Ziel vor. „Wir sind da schon ehrgeizig, trainieren vor wichtigen Wettkämpfen bis zu drei Mal in der Woche.“

Die Renninger Wettkampfgruppe hat sich auf zwei in Baden-Württemberg besonders beliebte Disziplinen spezialisiert. Beim so genannten traditionellen Löschangriff gilt es, schnell und exakt einen solchen zu simulieren; beim Hindernis-Staffellauf heißt es, auf vier Mal 50 Metern möglichst schnell zu sein – und dabei noch über einen Balken zu balancieren, eine Wand zu erklimmen und durch ein Rohr zu kriechen. Was das für den normalen Feuerwehrdienst bringt? „Wir trainieren Fitness, Körperbeherrschung, Schnelligkeit“, sagt Kühnle. „Das hilft natürlich auch im Einsatz.“

Die Renninger Wehr steht jedenfalls hinter ihrer Wettkampfgruppe. Der Kommandant Ehrhard Mohr ist stolz auf die Jungs, auch der Schriftführer Timo Grötzinger betont: „Das wird sehr positiv wahrgenommen, auch wenn natürlich manchmal die normalen Übungen etwas kürzer kommen.“ Der Erfolg der Wettkampfmannschaft sei ein wichtiges Aushängeschild der Renninger Wehr. „Zumal viele im aktiven Dienst selbst Mal dabei waren.“

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