So könnte das Mehrgenerationenhaus in Renningen aussehen. Foto: privat

Die Agendagruppe Mehrgenerationenhaus schmiedet Pläne, im Malmsheimer Neubaugebiet Schnallenäcker ein Wohnhaus für verschiedene Altersgruppen zu bauen. Für ihr Vorhaben suchen die Mitglieder noch nach weiteren Investoren.

Renningen - Mit anderen zusammenzuleben und trotzdem auch für sich sein zu können – das ist die Idee, die hinter dem Renninger Park-Haus steht. Tatsächlich sollen hier aber keine Autos Platz finden, sondern Menschen verschiedener Generationen zusammenleben. Seit 2010 gibt es in der Renninger Agenda die Projektgruppe Mehrgenerationenhaus. Derzeit sind es zehn Parteien, die in der Rankbachstadt gemeinsam ein generationenübergreifendes Wohnprojekt verwirklichen möchten. Ihr Motto: zusammen leben – individuell wohnen.

Jung und Alt unter einem Dach – Martina Oberrauch ist von dieser Wohnform schon lange überzeugt. Gemeinsam mit ihrer Familie möchte die Renninger Ortsverbandsvorsitzende im Sozialverband VdK und Sprecherin der Projektgruppe in einem Mehrgenerationenhaus leben. „Die Bewohner können sich gegenseitig unterstützen, man ist nicht alleine und trotzdem für sich“, erklärt Oberrauch ihr Interesse. Auf der Suche nach Gleichgesinnten hat sie vor zwei Jahren einen Infoabend organisiert und festgestellt: „In Renningen gibt es tatsächlich großes Interesse an einem Mehrgenerationenhaus“, erzählt die Gruppensprecherin.

Entstanden ist daraus die Agendagruppe Mehrgenerationenhaus. Seither planen die zehn Parteien an ihrem neuen Zuhause. Ein geeignetes Grundstück ist bereits gefunden. „Wir können uns das Haus gut im Neubaugebiet Schnallenäcker II vorstellen“, sagt der Sprecher der Renninger Agenda, Erwin Eisenhardt. Die Lage sei optimal, rund 800 Meter vom Bahnhof entfernt, direkt am Stadtpark gelegen und in unmittelbarer Nähe zum künftigen Nahversorgungszentrum. Ob die Gruppe dort im kommenden Jahr tatsächlich mit dem Bau beginnen kann, steht noch nicht ganz fest. „Ein Bebauungsplan ist noch nicht in Kraft“, sagt der städtische Bauamtsleiter Christof Dustmann. Das hierfür notwendige Umlegeverfahren laufe aktuell noch.

Die künftigen Häuslebauer planen insgesamt 20 Eigentums- und Mietwohnungen unterschiedlicher Größe für Familien, Wohngemeinschaften und allein stehende Menschen. Bei Bedarf ließen sich die Wohnungen flexibel umgestalten, sagt Eisenhardt. Das barrierefreie Gebäude soll als Passivhaus gebaut werden, bei dem ökologische Baumaterialien verwendet und regenerative Energien genutzt werden. Um das Haus herum ist ein Garten geplant, den alle Bewohner gleichermaßen nutzen können. „Wir wollen auch gerne Carsharing anbieten und Stellplätze am Haus bauen“, erklärt Erwin Eisenhardt.

So weit die Überlegungen der Projektgruppe. Einen konkreten Planungsentwurf gibt es indes noch nicht. Zwar habe sich die Gruppe nach einem Architektenwettbewerb für ein bestimmtes Büro entschieden. An der Skizze müsse aber noch einiges geändert werden, berichtet Eisenhardt. Die Agendagruppe plant zwei Häuser, verbunden durch ein Atrium. „Es soll ein Ort der Begegnungen werden“, erklärt Martina Oberrauch. Dennoch – und darauf legt die Gruppensprecherin Wert – solle jeder selbst entscheiden, wann er in Gesellschaft sein möchte. Sie sieht im Mehrgenerationenwohnen einen Vorteil für alle Beteiligten. Die Jüngeren helfen den Älteren, die im Gegenzug beispielsweise als Babysitter einspringen könnten. Zudem solle der Vereinsamung entgegengewirkt werden, die unter älteren Menschen zunehme, weiß die VdK-Vorsitzende Oberrauch.

Für ihren Lebensunterhalt sind die künftigen Bewohner selbst verantwortlich. Kosten, die die Gemeinschaft betreffen, werden aufgeteilt. Rund fünf Millionen Euro sind für den Bau des Renninger Mehrgenerationenhauses veranschlagt. „Wir suchen noch weitere Investoren, die ihr Geld sinnvoll anlegen wollen und sich sozial engagieren möchten“, sagt Erwin Eisenhardt.

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