Sollen sich hier auf de Mönchsloh die Windräder drehen? Foto: factum/Bach

In Weil der Stadt und Renningen sind die Räte in ihren eigenen Sitzungen zwar intern einig gewesen. Doch dafür bläst zwischen den beiden Rathäusern beider Städte beim Thema Windenergie inzwischen ein eher eisiger Wind – es geht um den Mönchsloh.

Renningen / Weil der Stadt - Spannend wird es immer, wenn es konkret wird. Wie berichtet ist der Rahmen für Windkraft im Kreis Böblingen gesteckt – doch die kommunalen Entscheider müssen die Standorte jetzt abwägen: Wollen wir da überhaupt Windräder? Oder spricht der Landschaftsschutz dagegen?

Gewöhnlich läuft das recht ruhig ab, ein paar Minuten Debatte, eine Entscheidung, Schluss, aus, nächster Tagesordnungspunkt. In Weil der Stadt und Renningen sind die Räte in ihren eigenen Sitzungen zwar ebenfalls intern einig gewesen. Doch dafür bläst zwischen den beiden Rathäusern beider Städte beim Thema Windenergie inzwischen ein eher eisiger Wind. Der Grund dafür ist eines der so genannten „Vorranggebiete“, das über die Gemarkungsgrenze sowohl von Weil der Stadt als auch von Renningen führt: das in der Sprache der Planer als „BB-03“ bezeichnete Areal auf dem Mönchsloh und dem Mühlberg.

Der Weiler Gemeinderat entschied vor einiger Zeit einstimmig, dort Windräder prinzipiell zuzulassen. So wie im übrigen auch an weiteren auf Weiler Gebiet möglichen Standorten: im Wald in Richtung Möttlingen und an der Grenze zwischen Hausen und Heimsheim.

Renningen erfährt aus der Zeitung von den Plänen

Die Renninger jedoch lehnten in ihrer öffentlichen Gemeinderatssitzung in der vergangenen Woche den Standort auf dem Mönchsloh ab, aus Gründen des Landschaftsschutzes. Der Renninger Bürgermeister Wolfgang Faißt beschwerte sich sodann während der Sitzung über die Informationspolitik seines Weiler Kollegen Hans-Josef Straub.

„Ich habe von den Mönchsloh-Windkraft-Plänen Weil der Stadts nur aus der Presse erfahren“, erklärte Faißt, „ich wurde wie schon bei anderen Gelegenheiten zuerst über die Zeitung informiert.“ Und überhaupt habe sein Kollege Straub ihm gegenüber später bei einem Telefonat betont, die Diskussion hätte man sich sparen können. Wenn denn vor zwei Jahren das heftig umstrittene Gestüt auf dem Mönchsloh gebaut worden wäre.

Zur Erinnerung: damals wollten Mitglieder der Firma Porsche auf dem Mönchsloh ein Pferdegestüt einrichten, inklusive eines malerischen Schwarzwald-Blicks. Allerdings ist der Mönchsloh Landschaftsschutzgebiet, dort braucht man eine Ausnahmegenehmigung.

Schon das Porsche-Gestüt war hier umstritten

Die Frage ob das Gestüt wirklich eine „landwirtschaftliche Nutzung“ darstelle, entzweite Weil der Stadt. Nach Demos, Ratsdiskussionen und einer regelrechten Medienschlacht machten die Gestüts-Planer einen Rückzieher. Hans-Josef Straub jedenfalls findet die Debatte am Rankbach „scheinheilig“. Renningen sei Industriestandort und benötige eben auch Strom. „Ich habe die Infrastrukturprojekte und die Ansiedlung von Bosch immer gut geheißen, das ist eine tolle Sache für die Renningen und die ganze Region“, sagt der Bürgermeister. „Aber auch die Renninger sind in der Pflicht, Flächen auszuweisen, auf denen der Strom erzeugt werden kann.“ Alles andere sei das berühmte „St.-Florians-Prinzip“.

Faißt widerspricht der Kritik aus Weil der Stadt. Renningen unterstütze die Windkraft, das Gebiet Mönchsloh sei jedoch sehr sensibel als das ruhigste Naherholungsgebiet der Stadt. Deswegen habe das Landratsamt dort auch die Installation eines Funkturms abgelehnt. „Ich hätte mir bei Angelegenheiten direkt an der Markungsgrenze einen offenen Dialog, oder zumindest eine rechtzeitige Information gewünscht“, sagt der Schultes.

Einig sind sich beide Städte immerhin schon in Bezug auf einen weiteren Standort an der Gemarkungsgrenze, zwischen Schafhausen und dem Ihinger hof – hier stimmten beide Gemeinderäte zu.

Und die Frage ist sowieso: Kommt es jemals dazu, dass sich im nordwestlichen Landkreis Böblingen die Rotoren drehen? Frei nach Bob Dylans Song „The answer ist blowing in the wind“: Diese Antwort kennt nur der Wind. Denn eigentlich gelten sämtliche Renninger und Weiler Gebiete für diese Energieform als unwirtschaftlich. Die Windräder müssten also ziemlich hoch sein, damit sich ihr Bau überhaupt irgendwann lohnt.

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